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Sony-CEO: “Wir lernen erst wie Virtual Reality funktioniert”

von Tomislav Bezmalinovic19. Juni 2017

In den vergangenen Monaten sind Zweifel aufgekommen, inwiefern Sony bereit ist, weiter in Playstation VR zu investieren. Auf der E3 bekannte sich das Unternehmen zur hauseigenen VR-Brille, indem es Portierungen von Skyrim und Doom sowie fünf neue Exklusivtitel ankündigte. In einem Interview spricht der CEO der europäischen Gaming-Sparte über die E3 und über Sonys Erwartungen an Playstation VR.

Jim Ryan zufolge wollte man den Zweiflern mit der E3-Pressekonferenz ein deutliches Signal geben: “Wir wussten, dass die Leute darüber sprachen, wo die Inhalte bleiben. Ich denke, wir haben auf der Veranstaltung gute Arbeit geleistet.”

Ob die angekündigten Portierungen und Spiele wesentlich mehr PS4-Besitzer dazu bringen werden, sich eine Playstation VR zu kaufen, fragt Gamesindustry den CEO. “Ich denke, wir lernen erst, wie Virtual Reality funktioniert”, antwortet Ryan. Damit gibt der Manager eine ähnliche Antwort wie Ubisofts Digitalchef Chris Early.

Ubisoft investiert viel in das neue Medium, obwohl es sich laut eigenen Angaben rein finanziell nicht lohnt. “VR ist Forschung”, betonte Early kürzlich in einer Frage-Antwort-Runde auf der E3. Experimentelle und soziale VR-Erfahrungen wie “Star Trek: Bridge Crew” und “Werewolves Within” würden in erster Linie nicht dem Profit, sondern dem Erkenntnisgewinn dienen.

Sony wartet ab

Ryan hofft, dass er in einem Jahr eine bessere Antwort auf die Frage geben kann: “Es wird keine perfekte Antwort sein, aber ich werde mehr wissen. Wir sind immer noch in der Anfangsphase, was unser Verständnis des Mediums betrifft.” Damit meint Ryan vermutlich die Erfolgsformel, die Playstation VR zum Durchbruch verhelfen könnte.

Anfang Juni bestätigte Shawn Layden, dass das Unternehmen eine Million Playstation VR verkauft hat. Von einem großen Erfolg sprach der Sony-Manager nicht. Für diese Zurückhaltung gibt es einen guten Grund: Der potenzielle Käuferkreis ist mit 60 Millionen Playstation-4-Besitzern deutlich größer. Im Verhältnis griffen nur circa 1,6 Prozent der PS4-Besitzer zu Playstation VR.

Portierungen sollen die Verkäufe ankurbeln

Ob es die großen oder die kleinen Titel sein werden, die die Verkäufe ankurbeln könnten, darauf will sich Ryan nicht festlegen: “Gran Turismo oder Doom oder Elder Scrolls… das könnte die Nachfrage beschleunigen. Aber vielleicht wird es auch eine der kürzeren Erfahrungen sein. Wir wissen es nicht, dafür ist es noch zu früh”, sagt Ryan.

Laut dem CEO hat Virtual Reality eine große Rolle für den Erfolg von Resident Evil 7 gespielt. Ryan zufolge hätten weitaus mehr als 10 Prozent der PS4-Besitzer das Spiel mit Playstation VR gespielt. Die offizielle Capcom-Statistik besagt, dass 10,6 Prozent der Käufer des Spiels die VR-Version gespielt haben (Stand Juni 2017).

Der Anteil der PS4-Nutzer dürfte weit höher liegen, da das Spiel auch für den PC und die Xbox One erschienen ist. Außerdem registriert die Statistik nur jene Spieler, die ihre Nutzungsdaten Capcom freiwillig zur Verfügung stellen.

| Featured Image: Sony | Source: Games Industry

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