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Sony Pictures nutzt künftig Nokia Ozo für 360-Grad-Filmproduktionen

von Tomislav Bezmalinovic15. November 2016

Sony Pictures und Nokia haben bekanntgegeben, dass sie eine mehrjährige Partnerschaft eingehen. Sony Pictures wird in Zukunft Nokias Ozo-Kameratechnologie verwenden, um hochwertige Inhalte in 360-Grad zu produzieren.

Nokia Ozo macht es Filmemachern besondern leicht, 360-Grad-Videos zu drehen: Die einzelnen Aufnahmen der ingesamt acht Linsen werden mit Hilfe der integrierten Software in Echtzeit zusammengefügt, so dass ein nachträgliches Stitching überflüssig wird. Außerdem kann das Video während der Aufnahme direkt in die VR-Brille gestreamt werden. So erkennt man bereits während des Drehens, ob die Kamera das gewünschte Ergebnis liefert. Da OZO zudem leicht und handlich ist, kann man sie an einer Drohne befestigen, um Landschaftsaufnahmen zu machen.

Filmproduktionen und Live-Streaming

Mit der Partnerschaft verschafft sich Sony Zugriff auf Ozos Hardware und Software. “Partnerschaften mit Firmen wie Nokia, die Spitzentechnologie anbieten, sind entscheidend für unser Bestreben, den Markt für VR-Inhalte auszubauen,” sagt Pete Wood, der bei Sony Pictures für den Verkauf digitaler Inhalte zuständig ist, in einer Pressemitteilung.

Sony Pictures wird in Zukunft auch von Ozos Live-Streaming-Funktionalität Gebrauch machen. Es ist zu erwarten, dass die Events des japanischen Unternehmens demnächst in 360-Grad und stereoskopischem 3D übertragen werden. Des Weiteren wird das Ozo Player SDK in Sony’s Smartphone-App Privilege Plus integrieren. Damit kann Sony Pictures professionelle 360-Grad-Filmproduktionen auf der mobilen Videoplattform für jedermann verfügbar machen.

Konkurrenz von Facebook

Nokia brachte Ozo Anfang des Jahres auf den Markt. Damals kostete die Kamera noch 60.000 US-Dollar. Mittlerweile ist sie für 40.000 Euro zu haben. Grund für den Preisnachlass dürfte die Konkurrenz aus dem Hause Facebook sein. Als Ozo zum ersten Mal vorgestellt wurde, war sie die einzige Kamera, die 360-Grad in stereoskopischem 3D aufzeichnen und zugleich in in Echtzeit zu einem Video zusammenführen und in die VR-Brille streamen konnte.

Dieser Zustand währte nicht lange: Im April kündigte Facebook die Open-Source-Kamera “Surround 360” an, die im Zusammenbau deutlich günstiger ist als Ozo (circa 20.000 bis 25.000 Euro), aber ähnliche Features und Qualität bietet.

| Featured Image: Nokia