Obwohl sich Playstation VR nicht sonderlich gut verkauft, investiert Sony weiterhin in die VR-Brille. Ein VR-Analyst glaubt, dass das vorerst so bleiben wird. Doch wie lange noch?

Lewis Ward von IDC sieht in Playstation VR kein Zubehör wie Playstation Move, das von Sony einfach aufgegeben werden könnte. Das Unternehmen plane langfristig und wolle eine neue Plattform aufbauen, auch wenn sie nur langsam wächst.

Anfang Dezember meldete Sony, dass die Marke von zwei Millionen verkaufter VR-Brillen geknackt wurde. Vergleicht man diese Zahl mit den 70 Millionen verkauften Playstation 4 und Playstation 4 Pro wirkt sie weniger eindrucksvoll. Der Vergleich zeigt, dass bislang weniger als drei Prozent der PS4-Besitzer zu einer Playstation VR gegriffen haben.

“Ich denke, es wird noch Jahre dauern, bis jeder zehnte nordamerikanische PS4-Spieler eine Playstation VR besitzen wird, aber die Technologie wird mit kommenden Revisionen besser und die Inhalte vielfältiger, sodass Sony mindestens bis zum Ende des PS4-Lebenszykluses zu Playstation VR halten wird”, sagt Ward gegenüber Gaming Bolt.

Sony bekennt sich zu Playstation VR

Wards These ist nicht besonders kontrovers und gibt nur wieder, was Sony selbst bereits gesagt hat.

Auf der Playstation Experience Anfang November bekannte sich das Unternehmen klar und deutlich zu Playstation VR.  Jim Ryan, der Leiter der europäischen Gamingsparte, führte die Gründe aus: Sony sehe in der Virtual Reality einen wichtigen Bestandteil der Zukunft der Videospiele. “Wie lange es noch dauert und wie schnell sich der Markt entwickelt, ist unklar. Aber Sony fühlt sich Virtual Reality verpflichtet und plant langfristig”, so Ryan.

Shawn Layden, der das nordamerikanische Playstation-Geschäft leitet, sagte zuvor, dass Sony in Playstation VR kein Zubehör, sondern eine neue Plattform sehe.

Wann reißt der Geduldsfaden?

Da der Hype verpufft ist, ohne dass ein überlebensfähiger Endkundenmarkt entstanden wäre, findet sich die Branche in einer seltsamen Situation wieder: Techunternehmen, Startups und Entwickler machen weiter wie gehabt, obwohl beim Konsumenten allem Anschein nach kaum Interesse an der Technologie besteht.

Die Hoffnung, dass der Markt in den nächsten Jahren oder mit einer neuen Hardwaregeneration bedeutend wächst, hält große Teile der Industrie am Laufen. Diese Erwartung gründet wiederum in dem Glauben der Techindustrie, dass Virtual und Augmented Reality der nächste, große Schritt in der Evolution der Computer sind und deren Durchbruch nur eine Frage der Zeit.

Das Schicksal von Virtual Reality als Unterhaltungs- und Spielemedium dürfte sich nicht heute und auch nicht morgen entscheiden. In die kritische Phase tritt es erst mit der zweiten oder spätestens dritten Hardwaregeneration. Hat sich bis dahin kein größeres Interesse seitens der Endkunden und kein selbsttragender Markt etabliert, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis Sony und Co. nervös werden. Die spannenden Jahre kommen also erst.

| Featured Image: | Source: Gaming Bolt

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