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Sotheby’s lässt Bieter vor der Versteigerung Kunstwerke betreten

von Tomislav Bezmalinovic25. Februar 2017

Das Auktionshaus Sotheby’s versteigert am 1. März eine Reihe von Kunstwerken des Surrealismus. Um für die Auktion zu werben, hat es vier besonders wertvolle Bilder in die Virtual Reality überführen lassen. Bieter können sich vor Ort eine Oculus Rift aufsetzen und in die traumartigen Bildwelten eintauchen.

Für Virtual Reality umgesetzt wurden Werke von Paul Delvaux (“Jeunes filles au bord de l’eau”), André Masson (“Hôtel d’automates”), René Magritte (“Le Repas de Noces”) und Salvador Dalí (“Moment de transition”). Dalís Gemälde ist das wertvollste der vier Kunstwerke und wird für 7 Millionen Euro gehandelt.

Es zeigt eine Wüstenlandschaft mit grünen und roten Felsen, eine Frau mit wehendem Schal und einen Mann in einer Pferdekutsche, der auf eine Siedlung zusteuert. Bei den VR-Adaptionen handelt es sich um 360-Grad-Videos, die sich die Dreidimensionalität des Mediums zunutze machen. So schwebt der Betrachter von Dalís Traumlandschaft an den Felsen und der Frau vorbei und sieht schließlich aus der Höhe auf die Stadt hinab.

Originalgetreue Umsetzung

Ursprünglich waren die VR-Erfahrungen dazu gedacht, neue, technikbegeisterte Käufer für die Kunstwerke zu begeistern. Für Nigel Hilditch leisten sie noch weitaus mehr: Der Leiter der Videoabteilung von Sotheby’s Europa sagt gegenüber Telegraph, dass der Betrachter durch die VR-Erfahrung das Kunstwerk besser verstehen lerne.

Deshalb sei es dem Auktionshaus ein großes Anliegen gewesen, dass die Atmosphäre der VR-Erfahrung dem Original so nahe kommt wie nur möglich. Vom Ergebnis wären schließlich auch die Surrealismus-Experten des Hauses begeistert gewesen, fügt Hilditch hinzu. Es sei möglich, dass Sotheby’s die Aktion weiterführt und auch in anderen Niederlassungen anbietet.

Für die VR-Adaption verantwortlich zeichnet das Londoner FGreat Studio. In einem Interview mit Sotheby’s erzählt der Leiter Conrado Galves, dass man für die Umsetzung alle Elemente der Gemälde in 3D-Modell überführt hat, damit die Kamera diese von allen Seiten zeigen kann. Für Objekte, die auf den Gemälden nicht zu sehen sind, habe man Texturen sichtbarer Elemente verwendet.

Die Kunstwerke werden in der Londoner Niederlassung des Auktionshauses versteigert. Die VR-Erfahrungen sind dort bis am 1. März im Rahmen einer Ausstellung öffentlich zugänglich.

| Featured Image: Sotheby’s | Source: Telegraph

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