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Star Wars: Erfinder des Holochess arbeitet an VR/AR-App

von Matthias Bastian30. März 2016

Phil Tippett ist Spezialist für Filmeffekte und Stop-Motion-Animationen. Sein wohl bekanntestes Werk liegt eine lange, lange Zeit zurück und wirkte schon damals wie aus einer weit, weit entfernten Galaxie: Das Holochess-Spiel im ersten Star-Wars-Abenteuer stammt aus seiner Trickkiste.

Die Szene, in der man das Augmented-Reality-Schachspiel sieht, dauert zwar nur wenige Sekunden – aber das reichte schon 1977 völlig aus, um Star-Wars-Fans über Jahrzehnte hinweg von einem realen “Holochess” träumen zu lassen. Jetzt, fast 30 Jahre später, schickt sich Phil Tippett an, seine frühe Filmvision tatsächlich in ein richtiges Produkt umzusetzen.

Sein Spiel, das er gemeinsam mit dem Mobile-Gamestudio Happy Giant entwickelt, nennt er “HoloGrid: Monster Battle”. Tippett steuert das Design der Monster bei, die auf dem schachbrettartigen Feld gegeneinander antreten. Diese werden nicht etwa am Computer modelliert, sondern klassisch mit der Hand geformt und anschließend via Photogrammetrie eingescannt und animiert. Handarbeit war auch noch in den 70ern angesagt, als Tippett das erste Holochess-Konzept für den originalen Star-Wars-Film entwickelte; das könnte “HoloGrid” die gewisse Authentizität verleihen. Eine offizielle Star-Wars-Lizenz hat das Spiel zwar nicht, aber die ersten Szenen erinnern stark an das Vorbild aus dem Klassiker.

Der genaue Spielablauf wird im Trailer noch nicht deutlich, fest steht aber, dass “HoloGrid: Monster Battle”mit realen Spielkarten gespielt wird und sowohl mit Augmented-Reality-Geräten als auch mit VR-Brillen kompatibel sein soll. Da es auf absehbare Zeit keine Augmented-Reality-Brillen oder -Geräte auf dem Markt gibt, dürfte es bis zum Release noch ein wenig dauern. Laut den Entwicklern ist man sehr an neuen Plattformen wie Magic Leap, Hololens oder Meta 2 interessiert; das könnte bedeuten, dass man tatsächlich auf echte Augmented Reality setzt und sich nicht mit einer einfachen Smartphone- oder Tablet-App zufrieden gibt, die nur eine normale Kameralinse einsetzt, um digitale Objekte in der realen Umgebung einzublenden.

Falls der Trailer repräsentativ für das finale Produkt ist, wird die erweiterte Realität in Virtual Reality einfach simuliert. Das klingt komplizierter als es ist: Statt in seinem richtigen Wohnzimmer nimmt man in einer digitalen Umgebung Platz und betrachtet dort das “Holochess”-Spiel auf einem virtuellen Tisch. Das ist momentan noch deutlich einfacher umzusetzen, als eine Partie “Holochess” mit echter Augmented Reality, aber es ist auch nicht ansatzweise so cool.

Sollten die Entwickler tatsächlich eine echte Augmented-Reality-App auf den Markt bringen, könnte das im Sommer erscheinende Sensor-Smartphone von Google und Lenovo einen Blick wert sein. Eine Version von “HoloGrid: Monster Battle” für herkömmliche Display-Technologien (PC und Smartphone) ist allerdings auch in Arbeit.

| FEATURED IMAGE: HoloGrid (Screenshot bei Youtube)