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Star Wars: Rogue One – Begehbare Filmsets in Virtual Reality

von Matthias Bastian14. April 2016

Im Dezember kommt das Star-Wars-Spinoff “Rogue One” in die Kinos. Bei der Produktion wurde auch VR-Technologie eingesetzt.

Dass Virtual Reality ein völlig neues Werkzeug für die Kreation werden könnte, deutet beispielsweise Googles Tiltbrush an, eine Virtual-Reality-App für das Zeichnen in 3D mit HTC Vive. Um den comicartigen Look des kommenden VR-Films “Dear Angelica” zu kreieren, entwickelten die Oculus Story Studios “Quill”, ebenfalls eine Art Design-App, die speziell für die 3D-Controller Oculus Touch optimiert wurde. Der kommerzielle Ableger der Anwendung heißt “Medium”, erscheint für Oculus Rift und soll das “MS Paint” der VR-Generation werden. Auch Entwickler sollen zukünftig virtuelle Welten direkt in der virtuellen Welt bauen, entsprechende Features bieten die Unity und die Unreal Engine.

Die ILMxLabs von Disney und “Industrial Light and Magic” experimentieren mit Virtual- und Augmented-Realiy-Technologien in verschiedenen Szenarien, immer mit dem Ziel, völlig neue Medienerlebnisse zu schaffen. Unter anderem entwickelten sie bereits eine Star-Wars-Erfahrung für HTC Vive, die demnächst kostenlos bei Steam VR verfügbar sein soll, und auf dem Sundance Filmfestival wurde ein “Holokino” präsentiert, eine Vision für das begehbare 3D-Kino der Zukunft.

Für “Rogue One” produzierte das Labor vorab virtuelle Filmsets, auf deren Basis dann die realen Drehumgebungen gebaut wurden. Der Prozess dafür klingt denkbar einfach: Die ohnehin vorhandenen digitalen Assets und 3D-Modelle des Films werden in eine Engine importiert, in der das Set dann zusammengestellt wird. Die VR-Szene kann anschließend direkt aus der Engine an Tablets oder VR-Brillen gestreamt und vom Regisseur oder den Schauspielern begutachtet werden. Erst wenn dort alle Details passen, wird die Kulisse auch gebaut. “Mit VR kann der Regisseur sein Set verstehen, bevor es physisch gebaut wird. Das hat große Vorteile. […] VR ist extrem gut darin, Maßstäbe darzustellen. Die Visualisierung ist sehr wichtig”, sagt Dobbs Beck vom ILMxLab gegenüber Techinsider.

Auch bei rein digitalen Produktionen, die Live-Action-Filme und Drehs vor echten Kulissen zunehmend verdrängen, hat VR-Technologie Potenzial. In begehbaren VR-Szenen könnten sich Schauspieler besser in die Atmosphäre eines Greenscreen-Films einfühlen und die Szenerie vorab visualisieren. Bei Computerspielen wird mit VR-Brillen sogar schon durchgängig in Virtual Reality gefilmt, damit die Schauspieler sich eher als Teil der rein digitalen Umgebung fühlen. Ein Nebeneffekt der neuen Entwicklungen: Motion-Capture-Technologien werden ebenfalls zugänglicher und günstiger.

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| Source: Techinsider.io | Featured Image: ILMxLab /Road to VR (Screenshot bei YouTube)