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Startup entwickelt ultrarealistische Simulation eines Babys

von Tomislav Bezmalinovic27. Mai 2017

Das neuseeländische Unternehmen Soul Machines arbeitet an ultrarealistischen Avataren, die lernen, sprechen und auf menschliche Emotionen reagieren können. Der erstaunlich lebensechte Protoyp eines Babys zeigt, wie fortgeschritten die Technologie ist.

Mark Sagar hat keine Angst vor dem Uncanny Valley. Wenn sein “BabyX” zu wimmern oder zu weinen beginnt, dann würden die Menschen auf dieselbe Weise reagieren wie bei einem echten Kind.

“Etwa zehn bis 15 Prozent der Leute finden es unheimlich, den Rest stört es nicht. Letztendlich geht es darum, eine emotionale Verbindung zu schaffen, dann lassen sich die Menschen darauf ein”, sagt der Gründer von Soul Machines gegenüber Venturebeat.

Sagar lehrt an der University of Auckland. Dort leitet er ein Forschungslabor, das Erkenntnisse aus der Biotechnik, der Hirnforschung, der Künstlichen Intelligenz und dem Affective Computing verbindet, um lebensechte Simulationen von Menschen zu schaffen.

Sagar forscht schon lange auf diesem Gebiet. Für seine realistisch animierten Gesichter gewann er zweimal in Folge den Oscar: 2004 für Spider-Man 2 und 2005 für King Kong.

Im Laufe der nächsten 18 Monate will der Gründer von Soul Machines eine Plattform eröffnen, auf der Nutzer einen realistischen Avatar erstellen können. Dieser könnte den Nutzer dann in unterschiedlichen Anwendungen, darunter Social-VR-Apps, repräsentieren.

Digitale Wiedergänger

Sagar wählte für die Entwicklung eines Prototyps nicht zufällig ein Baby. Er will die KI so erziehen wie ein Elternpaar sein Kind. “Wie funktioniert diese Art der Interaktion? Wenn wir das mit dem Computer nachbauen, dann könnten Menschen Computern ganz intuitiv etwas beibringen”, sagt Sagar.

Außerdem würde die Simulation eines Babys die Erwartungen an die KI senken. Sagar glaubt, dass es noch lange dauern wird, bis eine KI so glaubhaft mit Menschen interagieren kann wie ein erwachsener Mensch. BabyX kann über eine Kamera immerhin schon Gesichtsausdrücke des Nutzers erkennen und interpretieren.

In Zukunft könnte sich die KI das Gesicht des Nutzers merken und sein Verhalten auswerten, um ein persönliches Profil zu erstellen, auf deren Basis sie mit dem Nutzer interagiert. Laut Sagar könnte die Technologie in Zukunft auch dazu genutzt werden, Verstorbene als virtuelle Figur wiederzubeleben.

Sagar denkt an die Gründerin des Startups Luka, die auf der Grundlage transkribierter Konversationen eine KI ihres verstorbenen besten Freundes schuf. “Wenn du einen Avatar erstellt hast und die Transkripte hast, dann hast du einen digitalen Geist geschaffen. Wir würden also eine Art virtuelle Geisterwelt kreieren.”

Mehr Informationen zu Soul Machines gibt es auf der offiziellen Internetseite.

| Featured Image: Soul Machines | Source: Venture Beat

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