Update vom 31. August 2018:

Digility 2018

Die deutschen Youtuber VoodooDE und Sebastian Ang konnten die StarVR-Brille auf der IFA ausprobieren (siehe Youtube-Videos). Das Fazit beider Tester: StarVR One ist die bislang beste VR-Brille, wobei vor allem das optische System beeindruckt.

VoodooDE lobt in seinem Video-Fazit die Linsen, die Sichtfeldweite und das klare und verzerrungsfreie Bild. Allein an den Linsen soll Acer 2,5 Jahre gearbeitet haben.

StarVR One soll von Haus aus SteamVR-Spiele unterstützen und sämtliche Titel fehlerfrei mit 210 Grad Sichtfeld darstellen. Die automatische IPD-Einstellung mittels Eyetracking funktioniere einwandfrei. Die VR-Brille sei angenehm zu tragen. Dass keine Kopfhörer integriert sind, sei das einzige Manko des Geräts. Der Youtuber schätzt, dass die VR-Brille beim Launch mehr als 3.000 Euro kosten wird.

Sebastian Ang fasst seine Eindrücke bei Reddit zusammen. Das Sichtfeld komme nahe an die natürliche Wahrnehmung heran: weder oben noch an den Seiten seien Ränder zu erkennen. Nur unten sei ein Sichtfeldrand vorhanden. Störende Lichtreflexionen wie bei Rift und Vive träten bei StarVR nicht auf.

Lobende Worte findet der Youtuber für die volle RGB-Matrix des OLED-Displays: Die Farbtreue sei unerreicht für eine VR-Brille und der Fliegengittereffekt sei fast nicht auszumachen. Insgesamt sei das Bild schärfer und klarer als bei anderen VR-Brillen. Das Gerät sei mit 450 Gramm überraschend leicht und kleiner als die Highend-Systeme von Pimax und Vrgineers.

Laut einem StarVR-Vertreter soll der Preis für die VR-Brille in den nächsten ein oder zwei Jahren auf das Niveau eines Endverbrauchergeräts fallen. Das Erscheinungsdatum und den Preis hält StarVR nach wie vor geheim.

Update vom 22. August 2018:

Ein weiterer Testbericht kommt von der Webseite Road to VR. Der Autor Ben Lang kennt laut eigenen Angaben sowohl die China-Brille Pimax “8K” als auch die XTAL-Brille des tschechischen Unternehmens VRgineers. StarVR bescheinigt er im Vergleich zu den beiden Konkurrenten die größte Produktreife.

Speziell das Sichtfeld hat StarVR laut Lang besser hinbekommen: Es fühle sich enorm weit an ohne übermäßig störende Verzerrungen an den Seitenrändern. Die verbauten Fresnel-Linsen füllten fast das gesamte Innere der VR-Brille aus. Dafür, dass die StarVR-Brille ein viel weiteres Sichtfeld biete als Rift und Vive, so Lang, sei sie erstaunlich kompakt bei einem guten Gewicht.

Die gefühlte Auflösung des Displays soll auf Augenhöhe mit Vive Pro liegen. Faktisch ist sie zwar höher (1.830 x RGB x 1.464 vs. 1.440 x 1.600), allerdings würden die Pixel über ein viel weiteres Sichtfeld ausgedehnt.

Der Fliegengittereffekt der StarVR-Brille soll minimal ausfallen. Dafür störe jedoch eine ungleiche Ausleuchtung (Mura) im Vergleich zu Vive Pro. Treiberoptimierungen bis zum Marktstart könnten Verbesserungen bringen. Die deutlich höher auflösende XTAL-Brille (2.560 x 1.440) habe bei der Bildklarheit die Nase insgesamt vorne.

Laut Lang möchte StarVR die Brille in erster Linie Spielhallen und der Industrie anbieten, verkaufe aber auch an einzelne Interessierte. Das Gerät unterstützt Steam-Tracking 2.0. Informationen zu Preis und Veröffentlichungsdatum liegen noch nicht vor.

Ursprünglicher Artikel vom 19. August 2018:

StarVR: Erste Eindrücke zur neuen Highend-VR-Brille

Auf der Siggraph Fachkonferenz für Computerkram kündigten Acer und Starbreeze unter dem StarVR-Banner eine neue VR-Brille an.

Die technischen Highlights: Hochauflösende AMOLED-Displays mit 1.830 mal 1.464 Bildpunkten pro Auge und voller RGB-Matrix, Eye-Tracking und ein fast schon übertriebenes Sichtfeld mit einer Weite von circa 210 Grad horizontal und 130 Grad vertikal.

Laut StarVRs Cheftechniker Emmanuel Marquez soll die VR-Brille dank 16 Millionen RGB-Subpixel “fast keinen Fliegengittereffekt” mehr zeigen. Hinzu kommt Unterstützung für SteamVR 2.0 Tracking sowie alternativ gängige optische Trackingsysteme.

Zwei Ersteindrücke von der Siggraph-Konferenz bestätigen, dass die StarVR-Brille die auf dem Papier beeindruckende Leistung offenbar in der Praxis abrufen kann:

Die Webseite Techcrunch bezeichnet den Unterschied bei der Sichtfeldweite als “ziemlich deutlich” im Vergleich zu aktuellen VR-Brillen. Aufgrund des weiten Sichtfelds drehe man den Kopf weniger und schaue wie im echten Leben stärker mit Augenbewegungen umher, so der Tester.

StarVR demonstrierte den Sichtfeldweitensprung auf der Siggraph, indem die Brille während einer laufenden VR-Demo zwischen einem gängigen 110-Grad- und StarVRs 210-Grad-Sichtfeld wechselte.

Die VR-Brille sei außerdem recht leicht und komfortabel und nicht so massiv, wie sie auf den Bildern wirke. Insgesamt sei StarVR eine deutliche Verbesserung im Vergleich zu gängigen Systemen. Der Weg zurück zu aktuellen VR-Brillen fiele schwer.

Das neue Kopfband ist stabiler als das des Vorgängers. Bild: StarVR

Die StarVR-Brille soll bequemer sein, als sie aussieht. Bild: StarVR

Für die Webseite Forbes schrieb der VR- und AR-Analyst Anshel Sag seinen Ersteindruck auf. Auch er zieht ein positives Fazit. Das 210-Grad-Sichtfeld sei eindrucksvoll scharf. Ein Fliegengittereffekt sei fast nicht zu erkennen.

Die VR-Brille sei deutlich besser als das Vorgängermodell. Die Liebe zum Detail und die Liste an Features überzeuge, so Sag. Viele der Industrievertreter und Tester am StarVR-Stand hätten nach ihrer Demo beeindruckt reagiert.

Sag glaubt, dass StarVR ein ernsthafter Konkurrent für andere Hersteller ist und sich womöglich eine Nische schaffen kann für VR-Brillen mit weitem Sichtfeld. Raum für Verbesserung existiere beim Eye-Tracking und dem Foveated Rendering.

Verfügbarkeit und Preis sollen in einigen Wochen bekanntgegeben werden. Wahrscheinlich wartet StarVR noch die Rückmeldungen der ersten Kaufinteressenten ab, bevor sich das Unternehmen für einen Preispunkt entscheidet.


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