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StarVR: VR-Brille mit einem Sichtfeld von 210 Grad

von Carolin Albrand17. Juni 2015
Tech Facts / Datenblatt
Preis

keine Angaben

Release

keine Angaben

Größe und Gewicht

keine Angaben

Display

HD Dual LCD-Display
in je 5,5 Zoll
Panorarmasicht
Fresnelische Stufenlinse

Auflösung

5120 x 1440 Pixel (5K)
2560 x 1440 Pixel pro Auge

Refreshrate

etwa 90fps

Latenz

"low-latency"
<20ms

Sichtfeld

210° horizontal
130° vertikal

Tracking

- unterstützt Steam OpenVR
- "360° Milimeter genaues Positions-Tracking"
- Echtzeit-Analyse durch "Optisches-Tracking-System"
- Gyroskop
- Beschleunigungsmesser
- Magnetometer
- Eye-Tracking

Auf der E3 in Los Angeles stellte das schwedische Unternehmen Starbreeze die VR-Brille StarVR vor. Die VR-Hardware stammt vom französischem Unternehmen InfinitEye und wurde unter gleichen Namen bereits 2013 vorgestellt, konnte aber ohne passende Spiele und Anwendungen nicht überzeugen. Das Starbreeze Studio, das Entertainment-Software herstellt und veröffentlicht, übernahm den Hardware-Produzenten aus Frankreich für rund zwei Millionen US-Dollar. Somit vervollständigen die Schweden ihre Angebotspalette und können ihre Spiele und Anwendungen direkt für die eigene Hardware produzieren. Zum Preis und zum genauen Releasedatum ist bisher nichts bekannt.

Das Team von InfinitEye ist extrem engagiert und kompetent. Das extra weite Sichtfeld der VR-Brille entspricht dem des Menschen, wodurch der Grundstein für eine authentische Experience gelegt wird. Zusammen mit InfinitEye werden wir in der Lage sein großartiges Entertainment zu produzieren, das man so noch nie erleben konnte. Stephane Portes, CEO Starbreeze

GIF

Extra weites Sichtfeld von StarVR dank doppelter Displays

StarVR besticht durch ein extra Sichtfeld von 210 Grad horizontal und 130 Grad vertikal. Dies wird durch zwei unabhängige 5,5 Zoll QHD LCD-Bildschirme erreicht, die durch spezielle Stufenlinsen eine scharfe Sicht auf der ganzen Breite des Panels garantiert. Die Linse ist zudem durch ein spezielles Herstellungsverfahren besonders leicht und wird daher auch mit zwei Displays in einem Headset nicht zu schwer. Durch die Verwendung eines doppelten Displays wird außerdem sichergestellt, dass das Licht nicht nur zentral auf die Netzhaut trifft (foveal), sondern auch seitlich (peripher). Dieser Lichteinfall wirkt natürlicher für den Träger und sorgt so für eine glaubhaftere visuelle Darstellung der VR-Inhalte.

Die Brille erreicht eine Auflösung von 2560×1440 Pixel pro Auge, also insgesamt 5120 x 1440 Pixel. Mit einer Auflösung von 5K ist StarVR aktuell vor allen VR-Konkurrenten wie Oculus Rift, Playstation VR von Sony oder HTC Vive überlegen, die alle mit einem durchschnittlichem Sichtfeld von nur circa 100 Grad aufwarten können. Allerdings bleibt die Frage offen, welche Heim-PCs in naher Zukunft bei vertretbarem Preis die Leistung aufbringen können, um Spiele in so einer hohen Auflösung anzuzeigen. Auf der E3 2015 wurde unter anderem eine VR-Adaption des beliebten Spiels “The Walking Dead” für StarVR gezeigt. Den Trailer gibt es hier.

StarVR mit Eye-Tracking

Außerdem setzen die Macher der VR-Brille auch auf Eye-Tracking. Ähnlich wie die VR-Brille FOVE erkennt StarVR die Augenbewegungen des Nutzers und kann so Fokuspunkte und Blickverlauf exakt berechnen. Das öffnet die Tür für eine ganze Reihe an neuen Möglichkeiten: Die virtuelle Umgebung kann exakter gerendert werden, so dass beispielsweise die Tiefenschärfe in Virtual Reality viel natürlicher dargestellt werden kann. Außerdem können Anwendungen über Blicke gesteuert werden.

Der interessanteste Part ist aber, dass Nutzer dank Eye-Tracking Blickkontakt in Virtual Reality mit virtuellen oder realen Charakteren aufnehmen können. Das schafft völlig neue Möglichkeiten der Interaktion in virtuellen Welten, auch ohne Controller, Stimme oder Gesten. Die Glaubhaftigkeit von Erfahrungen in Virtual Reality kann von dieser neuen Technologie enorm profitieren.

Potenziell spart Eye-Tracking mit dem Renderverfahren “Foveated Rendering” außerdem jede Menge Rechenleistung, da nur noch der Punkt mit allen Details und der höchsten Auflösung berechnet werden muss, den der VR-Brillenträger gerade betrachtet.

Erstmal nur in Virtual-Reality-Spielhallen und in Imax-Kinos

Eine Heimversion der VR-Brille ist vorerst nicht angedacht, stattdessen wird StarVR weltweit in VR-Spielhallen ausgestellt. Die “Starcade” soll hochwertige Virtual-Realiy-Erlebnisse und die VR-Brille StarVR einem größeren Publikum zugänglich machen. “Wir sind davon überzeugt, dass VR persönlich erfahren werden muss, um das Phänomen zu verstehen. Warum sollte man diese erste Erfahrung nicht mit unserer StarVR-Brille haben?”, sagt Starbreeze Technikchef Emmanuel Marquez. Laut ihm konnte man dafür in Los Angeles eine erstklassige Location geben. Weitere Starcades in anderen Ländern und Städten sind in Planung, auch Europa soll eigene VR-Spielhallen bekommen.

“In der Zukunft könnte es sein, dass man ein Spiel mit Home-VR probiert und wenn man dann eine hochwerige VR-Erfahrung will, kommt man damit in die Starcade und kann dort das gleiche Spiel oder einen Teil des Spiels spielen”, sagt Marquez. Auch verschiedene VR-Laufbänder und andere Hightech-Gadgets könnten ihren Weg in die Virtual-Reality-Spielhalle finden. “Wir sind offen gegenüber allem, was Spaß macht”, erklärt Marquez.

Die Starcade soll auch ein Experimentierfeld sein, um solche neuen Technologien zu erproben und weiter über Virtual Reality zu lernen, bevor man StarVR für einen größeren Markt produziert. “Die Arcade wird uns dabei helfen, ein besseres Produkt zu entwickeln, weil wir StarVR dort von sehr vielen Menschen testen lassen können”, erklärt Marquez.

Erste Imax-Arcades werden eröffnet

Das besonders immersive Entertainment hat sich Imax schon immer auf die Fahne geschrieben. Bislang wurde dieses mit Mammut-Displays in riesigen Kinosälen umgesetzt. Mit Virtual Reality geht es in die entgegengesetzte Richtung. Benötigt werden nur mehr zwei kleine Displays, die in in der VR-Brille StarVR von Starbreeze verbaut sind.

Das erste VR-Imax-Center wird in diesen Tagen in Los Angeles aufgebaut und soll in Kürze eröffnen. Europa geht nicht leer aus: In Manchester folgt bis Jahresende ein zweites Imax-Center mit VR-Entertainment. Weitere VR-Center in China, Japan, den USA, dem mittleren Osten und Westeuropa starten in den kommenden Monaten. Sie sollen nicht nur in IMAX-Kinos, sondern auch in Einkaufszentren, Multiplex-Kinos und an ähnlichen Orten eingerichtet werden.

Die VR-Erlebnisse finden nicht auf einer freien Fläche statt, sondern in einzelnen “Pods” – also abgeschirmten Bereichen – die für einen oder mehrere Nutzer ausgelegt und für die “Mobilität und Interaktion in Virtual Reality optimiert sind”. In den Pods kommt die VR-Brille StarVR von Starbreeze zum Einsatz, die mit einer Auflösung von 5K und einem Sichtfeld von 210 Grad gegenüber Oculus Rift, HTC Vive oder Playstation VR auftrumpfen kann. Produziert wird die Hardware von Acer.

Imax verspricht “immersive und multidimensionale VR-Erfahrungen”, die auf bekannten Entertainment- und Gamingfranchises beruhen. Angeboten wird eine Auswahl an interaktiven VR-Erlebnissen und Videos, die zwischen fünf und 15 Minuten dauern. Die Inhalte stammen zum Teil direkt aus Hollywood oder werden von Spieleentwicklern beigesteuert, unter anderem direkt vom Kooperationspartner Starbreeze.

Von Michael Bay kommt eine VR-Erfahrung zu “Transformers: The Last Knight” und die Russo-Brüder adaptieren “Avengers: Infinity War” für die VR-Brille. Ergänzend arbeitet das Imax-Team mit Googles 360-Grad-Kamera, um VR-Filme auf Kinoniveau zu produzieren.

Demovideo zum Project StarVR

| SOURCE: StarVR
| VIA: Road to VR. E3 Expo
| IMAGES: StarVR