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Steam: Über 600 VR-Erfahrungen, 300 Lizenzen für Lighthouse geplant

von Matthias Bastian12. Oktober 2016

Heute starten die Steam Dev Days. Dort wird unter anderem neue Hardware für Virtual Reality gezeigt, die mit Valves Trackingsystem Lighthouse kompatibel ist.

Die Steam Dev Days sind Valves Gegenstück zur Connect Entwicklerkonferenz der Facebook-Tochter Oculus – nur weniger prunkvoll inszeniert. Gedacht ist die Veranstaltung für Entwickler, die über die Plattform Software und Spiele verkaufen. Neben Vorträgen zur Monetarisierung und technischen Umsetzung von Inhalten wird Virtual Reality ein bestimmendes Thema sein.

Unter anderem enthüllt Valve Details zum Entwicklungsprozess der VR-Vorzeige-App “The Lab”, spricht über die Philosophie hinter VR und die Zukunft der virtuellen Realität mit dem PC. Ein weiteres Thema: Wie kann man tolle VR-Inhalte mit einfachen Grafiken erstellen, sodass die Anwendung auf möglichst vielen PCs flüssig läuft. Das vollständige Programm steht hier.

Valves Bemühungen im neuen VR-Markt scheinen zu fruchten: Seit dem Marktstart von Steam VR vor einem halben Jahr wurden laut dem Unternehmen über 600 VR-Anwendungen veröffentlicht. Auch wenn HTC mit der Vive-Brille offizieller Hardwarepartner ist, unterstützen viele dieser Apps Oculus Rift und andere VR-Brillen.

Dass der Weg für Virtual Reality noch ein weiter ist, zeigt eine andere Kennziffer: Den 600 VR-Apps stehen 10.000 Anwendungen für den herkömmlichen Monitor gegenüber, die in den letzten zehn Jahren bei Steam publiziert wurden.

Valve zeigt erste Hardware mit Lighthouse-Lizenz

Auf der Entwicklerkonferenz wird erstmals Peripherie demonstriert, die mit dem von Valve entwickelten Trackingsystem Lighthouse kompatibel ist. Die Sensoren, die in der VR-Brille HTC Vive sitzen, können in allerlei Gegenständen verbaut werden, sodass diese ebenfalls vom Trackingsystem erfasst werden können. Bei der neuen Hardware handelt es sich um Prototypen und nicht um fertige Produkte für Endverbraucher.

Von Gewehrattrappen für Gamer bis hin zu nützlichen Werkzeugen im industriellen Kontext möchte Valve eine große Bandbreite an Anwendungsszenarien aufbauen. Laut Valve sind mehr als 300 Zusatzgeräte für das Entertainment, die Automobilindustrie sowie die Bereiche TV und Spielzeug in Planung. Viele davon sollen in 2017 erscheinen.

Das Lizenzierungsprogramm für Lighthouse läuft seit September. Die Lizenz wird kostenlos vergeben, zuvor müssen Entwickler und Ingenieure eine Schulung bei Valve in Seattle durchlaufen. Dafür werden rund 3.000 US-Dollar fällig. Valve empfiehlt drei Teilnehmer pro Unternehmen, der fachliche Schwerpunkt richtet sich an Industriedesigner und Ingenieure. Die Schulung erstreckt sich über mehrere Tage. Die mit Lighthouse kompatible Hardware darf ohne weitere Abgaben frei verkauft werden.

| Source: Valve | Featured Image: Valve