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Steam-VR-Nutzungsdaten: Oculus Rift schließt auf HTC Vive auf

von Matthias Bastian2. September 2017

Die Preissenkungen für Facebooks VR-Brille Oculus Rift machen sich offenbar positiv in den Verkaufszahlen bemerkbar.

In einer zweistufigen Preissenkung seit Anfang März halbierte Facebook den Preis für die Virtual-Reality-Brille Oculus Rift. Der aktuelle Tiefstpreis von 450 Euro für Oculus Rift samt Touch hat noch bis zum 4. September Bestand. Danach gilt der neue reguläre Preis über 550 Euro für das Bundle.

Der massive Preisverfall und die zusätzliche zweimonatige Sommer-Verkaufsaktion hat sich nach der aktuellen Steam-Hardware-Umfrage positiv auf die Absatzzahlen ausgewirkt. Eine konkrete Aussage über die Anzahl verkaufter Einheiten lässt sich aus der Umfrage zwar nicht seriös ableiten, aber im Nutzungsverhältnis konnte die Rift-Brille auf HTC Vive aufschließen.

In der folgenden Grafik ist gut abzulesen, dass die erste Preissenkung aus dem März von 900 Euro auf circa 700 Euro deutlich weniger Auswirkungen auf das Nutzungsverhältnis zwischen HTC Vive und Oculus Rift hatte als die zweite Preissenkung auf 450 Euro Mitte Juli.

Die Grafik zeigt einen sprunghaften Anstieg für Oculus Rift Mitte Juli nach der zweiten Preissenkung. Grafik: Jashan Chittesh

Die Grafik zeigt einen sprunghaften Anstieg der Steam-VR-Nutzer mit Oculus Rift von Juli auf August nach der zweiten Preissenkung. Grafik: Jashan Chittesh

Oculus-Manager Jason Rubin räumte zum Zeitpunkt der zweiten Preissenkung bereits ein, dass die erste Reduzierung nicht weit genug ging. Es gäbe “goldene Preisschwellen”, nicht jeder US-Dollar sei gleich viel Wert, sagte Rubin der Webseite MCV. Die Entwicklung zwischen Preis und Verkaufszahlen verlaufe nicht linear.

Da Rift-Besitzer ausschließlich Oculus-Software einsetzen können und nicht auf Steam angewiesen sind, könnte Oculus Rift in den Verkaufszahlen insgesamt vorne liegen. Verkaufsschätzungen von Analysten gingen in der Vergangenheit stets deutlich zugunsten von HTC Vive aus.

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Kann HTC den Trend umkehren?

Die Absatzzahlen nach der zweiten Preissenkung für Oculus Rift dürften für HTC der Anlass gewesen sein, Anfang August ebenfalls 200 Euro Preisnachlass für HTC Vive einzuräumen – obwohl das Unternehmen Ende Juni noch angab, dass der Premiumpreis über 900 Euro aufgrund des hochwertigeren Trackingsystems gerechtfertigt sei.

Die Steam-Umfrage zeigt noch etwas anderes: Für HTC wird es zunehmend anspruchsvoller, Facebooks gut gefüllten Geldbeutel etwas entgegenzusetzen.

Gerade bei den Inhalten sind Oculus-Nutzer mittlerweile recht deutlich im Vorteil, da sie sowohl Zugriff auf die Steam-Bibliothek als auch die exklusiven Apps und Spiele im Oculus Store haben. Deren Entwicklung wurde zum Teil mit vielen Millionen US-Dollar querfinanziert.

Noch hat HTC allerdings den Markt für Business-VR fest im Griff und breitet sich in China aus. Unklar ist, ob diese Bereiche ohne massive Investitionen über längere Zeit finanziell lukrativ werden können. Womöglich denkt HTC deshalb über einen Verkauf der Vive-Sparte an ein finanziell potenteres Unternehmen nach.

Für beide Anbieter wird die Luft dünner, wenn Microsoft ab Oktober eine Heerschar Virtual-Reality-Brillen für Windows 10 auf den Markt wirft, die günstiger und einfacher in der Bedienung sind. Ein Überblick über die Vor- und Nachteile der neuen Windows-Brillen im Vergleich mit Oculus Rift und HTC Vive steht hier.

| Featured Image: HTC / Oculus (Bildmontage VRODO)

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