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Steht die zweite Generation SteamVR-Brillen in den Startlöchern?

von Tomislav Bezmalinovic11. Oktober 2017

Valve fährt die Massenproduktion neuer Basisstationen für das verbesserte Lighthouse-Trackingsystem hoch. Damit dürfte die zweite Generation SteamVR-Brillen in den Startlöchern stehen.

Anfang Juni stellte Valve das SteamVR Tracking 2.0 vor, das dank neuer Basisstationen ganze Lagerhallen abdecken kann. Nun wendet sich das Unternehmen in einer Ankündigung an Lizenznehmer und Hersteller aus der Industrie.

Valve erhöht die Produktionskapazitäten und bittet die Hersteller, ihre Nachfrage nach neuen Basisstationen für das Jahr mitzuteilen. Die ersten Geräte sollen Anfang des nächsten Jahres in limitierter Stückzahl ausgeliefert werden.

Laut Valve wird man zum Launch lediglich zwei der neuen Basisstationen einsetzen können. Anfang 2018 soll die Kapazität auf vier Geräte erhöht werden. Damit kann man einen Trackingfläche von zehn auf zehn Meter abdecken.

Bislang war der Trackingbereich auf circa 25 Quadratmeter beschränkt. In Zukunft soll man noch mehr Geräte einsetzen können. Wann es soweit ist, verrät das Unternehmen nicht.

Günstiger und verlässlicher

In den neuen Basisstationen arbeitet nur noch ein statt zwei Motoren. Außerdem wird kein zusätzlicher LED-Lichtblitz zur Synchronisierung mehr benötigt. Dadurch sind die neuen Geräte kleiner, stromsparender, zuverlässiger und günstiger in der Produktion.

Die Basistationen funktionieren nur im Verbund mit ebenfalls neuen Sensoren (TS4231). Deshalb sind die Geräte nicht mit HTC Vive kompatibel. Wem eine Trackingfläche von fünf auf fünf Meter nicht reicht, wird sich neue VR-Ausrüstung beschaffen müssen.

SteamVR_Tracking_2.0

Das Diagramm zeigt die Unterschiede zwischen den Basisstationen und die Kompatibilität. BILD: Valve

Im Gegensatz zu den neuen Basisstationen sind die neuen Sensoren abwärtskompatibel und können mit den Basisstationen von HTC Vive genutzt werden. Das ist insofern von Bedeutung, als Valves neue 3D-Controller die neuen Sensoren verbaut haben dürften. Vive-Nutzer können also bedenkenlos zugreifen, ohne sich eine neue VR-Brille kaufen zu müssen.

Wann kommt die zweite Generation?

Obwohl Valve die Lighthouse-Trackingtechnologie kostenlos an Hersteller lizenziert, hat bislang noch kein Hersteller einen Vive-Konkurrenten auf den Markt gebracht. LG kündigte Ende Februar zwar ein Lighthouse-System an, ein Erscheinungsdatum wurde bisher aber nicht genannt.

LG will mit ziemlicher Sicherheit auf das zukunftssicherere SteamVR Tracking 2.0 setzen und wartet, bis die Sensoren und Basisstationen  in größeren Stückzahlen verfügbar sind. Da Valve die Produktion beider Komponenten hochfährt und die Basisstationen ab Anfang 2018 an Hersteller ausgeliefert werden, steht LG bald nichts mehr im Wege.

HTC wiederum dürfte mit Hochdruck an einer verbesserten Vive-Version arbeiten, die das verbesserte Trackingsystem nutzt und zwecks optimaler Marktplatzierung im gleichen Zeitraum wie das LG-System erscheinen dürfte. Hervé Fontaine von HTC bestätigte im Juli gegenüber VRODO, dass zukünftige Vive-Produkte auf die neue Technologie setzen werden.

Somit könnten bereits im Frühjahr oder spätestens im Sommer 2018 neue VR-Systeme von LG und HTC frischen Wind in die Industrie bringen. Im Verbund mit Valves verbesserter LCD-Displaytechnologie und eigens entwickelten VR-Linsen und den Knuckles-Controllern könnte man bereits von einer zweiten Generation SteamVR-Brillen sprechen.

| Featured Image: HTC | Source: Steam

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