Titelbild: Sony Pictures Releasing Australia, “The Walk”, Screenshot bei YouTube

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Es ist kaum erforscht, was im Gehirn passiert, wenn der Mensch mit einer VR-Brille auf dem Kopf durch virtuelle Welten wandert. Eine neue Studie untersucht die Auswirkungen von VR-Nutzung auf Balancefähigkeit und Hirnaktivität.

Für die Studie ließen Psychologen der Universität Michigan 19 Probanden über einen auf dem Boden liegenden Holzbalken balancieren, und zwar in drei Variationen: ohne VR-Brille in der Realität, mit VR-Brille über eine identisch positionierte virtuelle Version des Holzbalkens und erneut mit VR-Brille, doch diesmal wurde der virtuelle Holzbalken 15 Meter über dem Boden platziert.

Um die VR-Auswirkungen erfassen zu können, zeichneten die Forscher während des Experiments die Anzahl der Schritte auf dem Holzbalken samt der Fehltritte auf sowie die Herzfrequenz, die elektrodermale Reaktion, die Reaktionszeit auf ein Audiosignal und die Hirnaktivität mittels einer verdichteten Elektroenzephalographie (EEG).

Das Ergebnis: Die VR-Brille reduzierte die Balancefähigkeit der Probanden signifikant, beispielsweise traten sie häufiger neben den Holzbalken. Außerdem erhöhten die VR-Tests die Hirnaktivität im Vergleich zum Balanceakt ohne VR-Brille.

Die Herzfrequenz und die Reaktionszeit der Probanden stieg selbst bei der VR-Simulation ohne zusätzliche Höhe. In virtuellen 15 Metern Höhe steigerte sich der mentale Stress weiter.

Die Schlussfolgerung der Forscher: In Virtual Reality können fiktive Szenarien realistisch vermittelt werden. Andererseits sei die VR-Brille technisch noch so limitiert, dass sie die Balancefähigkeit einschränke.

Folglich eigne sich VR-Technologie nicht für das Balancetraining beispielsweise von Senioren. Überraschend ist das nicht: Die optischen Systeme der VR-Brillen entsprechen nicht der realen Sicht und stellen das visuelle System eines Menschen vor zahlreiche Herausforderungen.

Die Forscher sind zuversichtlich, dass fortschrittlichere VR-Brillen diesen Konflikt auflösen werden. Womöglich existierten schon jetzt Unterschiede zwischen den erhältlichen Modellen. Für ihr Experiment verwendeten die Forscher Facebooks Oculus-Rift-Brille.

Die vollständige Publikation ist hier einsehbar. Veröffentlicht wurde sie im wissenschaftlichen Fachmagazin PLOS One.


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