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Studie: Was Alltagsnutzer von Virtual Reality erwarten

von Tomislav Bezmalinovic26. Juli 2017

Das Marktforschungsunternehmen Ipsos und der britische Sender BBC wollten mit einer Studie herausfinden, was Durchschnittsbürger von Virtual Reality erwarten und wie sie die Technologie in ihrem Alltag nutzen. Die Ergebnisse zeigen, dass das Medium einen weiten Weg zu gehen hat, bis es gleichberechtigt neben anderen Unterhaltungsangeboten stehen kann.

Für die qualitative Studie wurde eine unbekannte Zahl Jugendliche und Erwachsene ausgewählt, die Interesse an Virtual Reality hatten, aber wenig Erfahrung mit dem Medium vorweisen konnten. Den Teilnehmern der Studie wurde für 14 Wochen eine mobile VR-Brille überlassen.

In den ersten zwei Wochen mussten die Teilnehmer das Gerät jeden Tag nutzen und dabei neue Inhalte suchen und testen, sowie eine Reihe hochwertiger VR-Erfahrungen ausprobieren, die von den Studienleitern ausgewählt wurden.

In den darauffolgenden sieben Wochen sollten die Teilnehmer die VR-Brille nur dann benutzen, wenn sie Lust dazu verspürten. Nach Ablauf dieser Periode kamen fünf weitere Wochen hinzu, für die die gleiche Regel galt, mit dem Unterschied, dass die Studienleiter die Probanden hin und wieder auf hochwertige Inhalte hinwiesen.

Die Teilnehmer wurden während der ersten zwei Wochen von den Studienleitern zu ihren Erfahrungen mit Virtual Reality befragt. Weitere Gespräche fanden in der achten und 14. Woche statt. Mit den Interviews wollten die Organisatoren herausfinden, ob und wie die Technologie im Alltag der Menschen genutzt wird.

Die VR-Brille hat das Nachsehen

Es zeigte sich, dass die Teilnehmer über den Zeitraum des freiwilligen Gebrauchs hinweg immer seltener oder gar nicht mehr zur VR-Brille griffen. Taten sie es doch, dann nur bei Gelegenheiten, in denen alle übrigen medialen Unterhaltungsangebote einschließlich Fernsehen, Spielkonsole und Internet erschöpft waren.

“Im Moment ersetzt Virtual Reality keine meiner medialen Gewohnheiten. Man kann sich nicht einfach hinsetzen und starten, sondern muss das Smartphone in die Halterung schieben und zuerst nach interessanten Inhalten suchen. Den Fernseher kann ich anknipsen und finde auf Anhieb etwas Interessantes”, berichtet eine Teilnehmerin.

Die umständliche Inbetriebnahme und ein kompliziertes Interface gehören laut der Befragung zu den größten Hindernissen für eine regelmäßige Nutzung der Geräte. Einige Teilnehmer vergaßen nach längerer VR-Abstinenz, wie man durch die Menüs navigiert. Andere waren frustriert, dass viele Apps unterschiedliche Interfaces einsetzen.

Viele der Teilnehmer hatten Sicherheitsbedenken, weil sie nach dem Aufsetzen der VR-Brille nicht mehr sehen können, was um sie herum geschieht. Weitere Gründe für den Verzicht auf Virtual Reality waren die soziale Isolation und die Angst, von Mitmenschen ausgelacht zu werden.

Mobile-VR reizt das Potenzial der Virtual Reality nicht aus

Auch die Inhalte lassen noch zu wünschen übrig: Die Anwendungen reizten die einzigartigen Möglichkeiten des Mediums nicht aus und könnten ebenso gut auf einem Fernseher betrachtet werden. Zudem würden es viele Erfahrungen erforderlich machen, dass man sich um die eigene Achse dreht – eine Tätigkeit, die nicht mit der Couch kompatibel ist, die viele Nutzer am Ende des Tages aufsuchen.

Damit Virtual Reality erfolgreich wird, muss sie simpel und intuitiv sein, schreiben die Studienleiter in ihrem Fazit. Das Kuratieren hochwertiger Inhalte und die Suche nach ihnen müsse optimiert werden. Außerdem müsse das Angebot hochwertig genug sein, um den mit Virtual Reality verbundenen Mehraufwand zu rechtfertigen.

Als die Teilnehmer die VR-Brille nach Ablauf der 14 Wochen zurückgaben, wurden sie gefragt, ob sie in den Laden gehen und das Gerät kaufen würden. Sie verneinten im Hinblick auf die aktuell verfügbaren Inhalte und die Schwierigkeiten, die sie mit der Hardware hatten. Sie schlossen jedoch nicht aus, es sich in der Zukunft anders zu überlegen.

Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse steht hier.

| Featured Image: Samsung | Source: BBC Blogs

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