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Sweeney: VR und AR brauchen extrem viel Performance

von Matthias Bastian7. März 2017

Epic Games Unreal Engine 4 dominiert gemeinsam mit Unity den Markt für 3D-Engines. Sweeney geht davon aus, dass Prozessoren und Grafikkarten in Zukunft richtig Schwitzen müssen.

Virtual und Augmented Reality sind laut Sweeney die “visuell anspruchsvollsten Plattform überhaupt”. Diese Veränderung stehe im Kontrast zum Wechsel vom PC auf das Smartphone, bei dem Entwickler aufgrund des kleinen Displays stilisierte Grafiken bevorzugt hätten.

“Bei VR- und AR-Plattformen erwartet unser Gehirn realistische Objekte und reagiert sehr sensibel auf jeden kleinen Fehler”, sagt Sweeney. Besondere Herausforderungen sieht er im B2B-Bereich. Hier würden Unternehmen großen Wert auf eine realistische Darstellung legen.

“Bei einem Spiel können wir unrealistische Grafik immer mit Stilisierung umgehen, aber wenn man realistische Objekte zeigen will, dann kann man nicht pfuschen, man muss die harte Arbeit machen.”

Die Automobilbranche sieht Sweeney in dieser Hinsicht in einer Vorreiterrolle, beispielsweise um eine Vielzahl an Automodellen virtuell zu zeigen, die real nicht genug Platz im Autohaus haben.

Aufgrund der intuitiven Bedienung von Kreativ-Apps in Virtual Reality wie Tilt Brush erwartet Sweeney außerdem einen Boom an von Nutzern generierten Inhalten.

“In VR streckt man einfach seine Hand aus und handelt auf die gleiche Art wie in der echten Welt. Jeder der schon mal gezeichnet hat, weiß, wie man in VR zeichnet. Das ist ein mächtiges Phänomen und eine deutliche Veränderung der Mensch-Computer-Interaktion im Vergleich zur Vergangenheit”, sagt Sweeney.

Realistisches Online-Shopping mit der VR- und AR-Brille

In Zukunft sollen räumliche Computer ein völlig neues Shopping-Erlebnis übers Internet bieten. Anstatt Produkte auf “niedrig aufgelösten JPEG-Bildern” anzuschauen, untersuchen Online-Käufer aufwendig gerenderte 3D-Modelle in VR oder AR. Diese soll man in der Größe anpassen, direkt im Raum oder in der Umgebung platzieren können.

Beispielsweise könne man ein Poster digital an die Wand hängen, bevor man die reale Version kauft. Das soll auch die Individualisierung von Produkten vereinfachen. “Produkte werden in Zukunft viel dynamischer sein und Technologie wie der 3D-Druck machen die Herstellung flexibler”, glaubt Sweeney.

| Featured Image: Valve / Tim Sweeney, Steam Dev Days (Screenshot bei YouTube)

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