Derzeit rollt Google die Telefon-KI Duplex in ausgewählten US-Großstädten aus. Offenbar übernehmen menschliche Assistenten einen Teil der Anrufe, die eigentlich die KI durchführen sollte.

Vor wenigen Tagen erhielten Redakteure der US-Webseite Venturebeat das Duplex-Update für das Pixel-3-Smartphone. Sie testeten die Funktion und zeichneten ein Video eines eingehenden Duplex-Anrufs direkt im Restaurant auf.

Hört man beim Gesprächsbeginn genau hin, gibt sich der Anrufer nicht als Google-Bot zu erkennen. Stattdessen formuliert er, dass er “von Google” anruft und das Telefonat “möglicherweise” aufgezeichnet wird. Ebenso fehlt der Verweis, dass es sich um einen automatisierten Anruf handelt.

In den letzten Duplex-Werbevideos aus dem Juni gibt sich der Google Assistent jedoch eindeutig als Bot zu erkennen. Außerdem weist er darauf hin, dass der Anruf in jedem Fall aufgezeichnet wird. Die Aufzeichnung ist technische Voraussetzung, da ansonsten die für das KI-Telefonat notwendige Sprachanalyse nicht funktionieren würde.

Bei der ersten Enthüllung der Telefon-KI täuschte Duplex noch vor, ein Mensch zu sein. Das wiederum sorgte für kontroverse Diskussionen, die letztlich zu der oben im Video demonstrierten Lösung führten.

Google setzt Duplex-Menschen ein

Jetzt berichtet die Webseite The Verge, dass es einen guten Grund gibt für die beiden unterschiedlichen Duplex-Vorstellungen: Der Anrufer in dem von Venturebeat veröffentlichten Telefonat war ein Mensch.

Der gibt sich völlig korrekt nicht als Bot zu erkennen und weist auch nicht auf einen automatisierten Anruf hin, da beides nicht zutrifft.

Die ersten öffentlichen Duplex-Tests sollen laut der Quellen von The Verge sowohl von Menschen als auch der Maschine durchgeführt werden. Der Großteil der Anrufe sei maschinell gesteuert und automatisiert.

Der Grund für diese Maßnahme ist nicht bekannt. Eine Möglichkeit: Google könnte durch die menschlichen Telefonate alternative Gesprächsverläufe aufzeichnen wollen, die sich in Details von maschinellen Anrufen unterscheiden. Diese Gesprächsverläufe wiederum könnten als Trainingsdaten die Sprachfähigkeiten der Duplex-KI verbessern.

Interessant ist ein weiterer Aspekt: dass wir überhaupt darüber diskutieren, ob nun ein Mensch oder eine Maschine anruft. Anfang des Jahres wäre das noch undenkbar gewesen.

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