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Tim Schafer: “Die anfängliche Magie von Virtual Reality wird vorbeigehen”

von Tomislav Bezmalinovic21. Februar 2017

Zwölf Jahre sind seit dem Erscheinen des ersten “Psychonauts” vergangen. Bevor 2018 der Nachfolger erscheint, schenkt der legendäre Gamedesigner Tim Schafer (Monkey Island, Day of the Tentacle) seinen Fans das kurze Point-and-Click-Adventure “Psychonauts in the Rhombus of Ruin”, das von Grund auf für Virtual Reality entwickelt wurde. In einem Interview äußern sich Tim Schafer und der Projektleiter Chad Dawson zur Entwicklung des Titels und der Zukunft von Virtual Reality.

In dem VR-Spiel sieht man die Welt aus den Augen von Raz, einem offiziellen Mitglied der Psychonauts. Die Psychonauts sind eine Gruppe internationaler Geheimagenten, die mit übernatürlichen Kräften ausgestattet sind. Im Verlauf des dreistündigen Spiels muss man diese Kräfte nutzen, um Rätsel zu lösen und das entführte Oberhaupt der Gruppe zu retten.

Bei der Entwicklung war Schafer und Dawson besonders wichtig, dass den Spielern nicht übel wird.  “Mir wird schnell schlecht in der Virtual Reality, wenn ich nicht an einen Stuhl gebunden bin. Ich mag nur wenige VR-Spiele, die auf viel Bewegung setzen. Jene Spiele, in denen man sich teleportiert sind viel besser”, sagt Schafer gegenüber Venturebeat.

Rhombus in the Ruin setzt ebenfalls auf Teleportation, aber diese sei laut Dawson in einen plausiblen Kontext eingebettet: “Du hast übernatürliche Kräfte und kannst in das Bewusstsein anderer Figuren eindringen und mit deren Augen sehen. Wir nutzen diese Möglichkeit, um die Welt aus verschiedenen Perspektiven zu zeigen.”

Für das Spielen im Sitzen optimiert

Laut den Entwicklern sei das Spiel von Anfang für die Blickperspektive und das Spielen im Sitzen optimiert worden. Schafer und Dawson wollten verhindern, dass die Spieler den Kopf allzu sehr bewegen oder sich umdrehen müssen. Deshalb haben sie dafür gesorgt, dass sich alle spielrelevanten Objekte stets in einem Winkel von 120 Grad vor dem Spieler befinden.

“Ich dachte mir, als Virtual Reality aufkam, dass man deren Möglichkeiten voll ausnutzen sollte. Eine Welt in 360-Grad. Aber in Wirklichkeit will man sich nicht ständig umdrehen, um zu sehen, was hinter einem ist”, meint Schafer. Dawson fügt hinzu, dass man im echten Leben mehr mit den Augen, als mit dem Kopf umherschaue. Der Kopf sei nicht für so etwas gemacht.

Am Ende des Interviews werden die Entwickler gefragt, wie sie die Zukunft des Mediums sehen. Schafer glaubt, dass Virtual Reality ein langes Leben vor sich habe, dass die anfängliche Magie aber früher oder später verfliegen wird: “Das anfängliche ‘Wow, ich bin in einem dreidimensionalen Raum’ wird vorbeigehen. Aber dann werden die Menschen herausfinden, wie man mit Virtual Reality Dinge anstellen kann, die in anderen Spielen unmöglich sind. […] Es wird etwas erscheinen, woran die Menschen noch nicht gedacht haben und dies wird zum Durchbruch des Mediums führen.”

Psychonauts in the Rhombus of Ruin ist ab sofort für 19,99 Euro im Playstation Store erhältlich. Die Entwickler stellen im Interview keine Veröffentlichung für andere VR-Brillen in Aussicht. Das überrascht nicht, denn die Entwicklung des Spiels wurde von Sony finanziert.

| Featured Image: Double Fine | Source: Venturebeat

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