Auf der CES 2019 präsentierte das chinesische Unternehmen Tpcast eine neue Lösung für drahtlose Virtual Reality: Mit Tpcast Air können Nutzer PC-VR-Inhalte über WLAN auf mobile VR-Brillen wie Oculus Go und Oculus Quest streamen. Ich habe mit Tpcasts EMEA-Manager Rainer Pes gesprochen, um mehr über das neue Produkt zu erfahren.

Bekannt wurde Tpcast durch seine Wireless-Adapter für HTC Vive und Oculus Rift. Die Geräte übertragen Bild und Ton von PC-VR-Spielen drahtlos in die VR-Brillen und machen damit das Kabel zum PC überflüssig.

Tpcast Air soll das Gleiche für autarke VR-Brillen leisten. Das Ziel ist, das Beste zweier Welten zu verbinden: die höhere Mobilität, den niedrigeren Preis und die einfachere Handhabe der autarken Geräte mit der Leistungsfähigkeit eines PCs.

Die modifizierte VR-Brille ist im Paket enthalten

Dass sich die neue Wireless-Lösung in erster Linie an Unternehmen und Betreiber von VR-Arcades richtet, sieht man am Lieferumfang: Im Paket enthalten sind zwei USB-Dongles und ein TPCast-Router, die am PC angeschlossen und je nach Wunsch mit Oculus Go oder Oculus Quest verbunden werden.

Der erste USB-Dongle ist für die Datenübertragung zuständig, der zweite für die Datenverschlüsselung. Der Tpcast-Router basiert auf dem Wifi-Standard 802.11ac und funkt im 5-Gigahertz-Band.

Die VR-Brille ist im Paket enthalten, weil sie eine spezielle Tpcast-Firmware enthält. Zusätzlich muss auf dem PC-Zuspieler eine Tpcast-Software installiert werden.

TPCast_Air_Funktionsweise

So funktioniert die Datenübertragung. BILD: Tpcast

Nach der erfolgreichen Einrichtung können sich bis zu 24 Nutzer gleichzeitig auf einer Fläche von 20 mal 20 Meter in der gleichen VR-App aufhalten und miteinander interagieren. Das dürfte besonders für Betreiber von VR-Arcades interessant sein und neue Mehrspielerszenarien ermöglichen, wie sie Oculus auf der OC5 demonstrierte.

Wer, wie in diesem Fall, mehrere Einheiten einsetzt, kann die Nutzung über ein Administrationsprogramm verwalten und optimieren. Derzeit können nur SteamVR-Titel gestreamt werden.

Kein direkter Sichtkontakt nötig

Tpcast Air nutzt anders als die Wireless-Adapter für Vive und Rift nicht das 60-Ghz-Band und funktioniert deshalb ohne direkten Sichtkontakt zwischen Sender und Empfänger, sagt mir Pes.

Das hat Vor- und Nachteile: Einerseits entstehen keine Unterbrüche durch Verdeckung und die Einrichtung des Systems ist einfacher.

Andererseits ist der Datendurchsatz mit circa sechs Megabyte pro Sekunde bedeutend kleiner. Ob Tpcasts Kompressionsmethode diesen Nachteil ohne größere Qualitätseinbussen bei Bild und Ton überwinden kann, müssen Tests zeigen.

Der Marktstart ist für Februar angesetzt. Oculus Go wird von Beginn weg unterstützt, Oculus Quest soll nach dem Launch im Frühjahr ebenfalls kompatibel werden.

Das genaue Erscheinungsdatum und der Preis von Tpcast Air wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben. Zu einer möglichen Endkundenversion will sich das Unternehmen noch nicht äußern.

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Titelbild: TPCast


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