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TPCast Hands-on: Drahtlose Virtual Reality hat ihren Preis

von Tomislav Bezmalinovic5. Juni 2017

Noch ist nicht bekannt, wann genau TPCast in den USA und Europa erscheint. Ein US-Blog konnte das Wireless-Modul testen. Das Fazit: Wer das Kabel zwischen HTC Vive und dem PC loswerden möchte, muss eine Reihe anderer Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Eine elegante Lösung für das Problem ist nicht in Sicht.

Das mag mit ein Grund sein, weshalb Oculus zumindest nach außen wenig Interesse an der Drahtlostechnologie zeigt. Ende Februar äußerte Oculus-Manager Jason Rubin Zweifel an der Marktreife entsprechender Lösungen und bemängelte, dass Drahtloskits den Preis für VR-Technologie nur weiter in die Höhe treiben.

Das Desinteresse kann man auch auf Oculus’ Produktphilosophie zurückführen: Anders als HTC will das Unternehmen keine modular erweiterbaren VR-Systeme, sondern in sich abgeschlossene Produkte herstellen. Beide Ansätze haben sowohl Vor- als auch Nachteile für den Konsumenten.

Aufwendige Einrichtung

UploadVR hatte einmal mehr Gelegenheit, TPCast auszuprobieren. Ein vom US-Blog veröffentlichtes Diagramm veranschaulicht, um wie viele Hardwarekomponenten das bisherige Setup erweitert und wie sie verkabelt werden.

TPCast_Diagramm

Die neuen Komponenten sind blau hervorgehoben. BILD: TPCast / Upload VR

Die gute Nachricht: Nachdem das System vollständig eingerichtet ist, verrichtet es seine Arbeit einwandfrei. Der US-Blog konnte weder bei der Latenz noch bei der Bildqualität Beeinträchtigungen feststellen.

Dass man den Sender ähnlich wie die Basisstationen erhöht positionieren muss, sei laut den Testern unabdinglich, da zwischen Sender und Empfänger Sichtkontakt bestehen muss. Ansonsten kommt es zu Artefakten.

Der US-Blog schreibt weiter, dass man mit Sender auf dem Kopf keine Kopfhörer mit Bügel mehr tragen könne. Alternativ müsse man In-Ohr-Kopfhörer nutzen oder HTCs Deluxe Audio Strap hinzukaufen, das mit 100 US-Dollar zu Buche schlägt.

Ein anderes Problem sei, dass das Mikrofon derzeit nicht unterstützt wird. Laut TPCast handelt es sich um ein Treiberproblem. Eine Lösung sei in Arbeit.

Ein Zubehör und keine integrierte Lösung

Das Testmuster, das dem US-Blog geschickt wurde, soll gebraucht und bereits auf vielen Messen gezeigt worden sein. Die Batterie hielt weniger als zwei Stunden. Das Aufladen beanspruchte doppelt so viel Zeit.

Die Tester probierten daraufhin eine eigene, neue Batterie mit höherer Kapazität aus. Diese hielt 4,5 Stunden und musste danach acht bis zehn Stunden im Ladegerät verweilen, bis sie wieder vollständig aufgeladen war. Der US-Blog empfiehlt deshalb, eine zweite Batterie zu kaufen.

Die Tester berichten weiter, dass sich die VR-Brille während einer siebenstündigen Nutzung zweimal von selbst ausgeschaltet habe. Das führt der US-Blog auf eine Überhitzung der Batterie zurück.

Die Vorfälle traten auf, als die Tester auf einem Drehstuhl saßen und die Batterie zwischen dem Bein und der Lehne des Stuhls eingeklemmt war. Beim Stehen traten keine Probleme auf.

Wegen der komplexen Einrichtung, fehlender Funktionen und hohen Kosten sei TPCast nicht für jedermann, schreibt der US-Blog abschließend. Das Gerät fühle sich eher wie das Zubehör eines Drittherstellers als wie ein integrierter Bestandteil von HTC Vive an.

Nichtdestotrotz sei es das erste Produkt auf dem Markt, dass so wie beworben funktioniert und dem VR-Nutzer ein unbekanntes Maß an Bewegungsfreiheit gibt.

| Featured Image: TPCast | Source: UploadVR

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