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TPCast und Huawei wollen VR aus der 5G-Cloud streamen

von Matthias Bastian16. November 2017

Das Wireless-VR-Unternehmen TPCast und der chinesische Telekommunikationskonzern Huawei wollen VR-Spiele in schnellen 5G-Netzen aus der Cloud streamen und so teure Zuspieler überflüssig machen.

Die beiden Unternehmen möchten gemeinsam VR-Spiele-Streaming über schnelle 5G-Netze mit sehr geringer Latenz ermöglichen. TPCast soll die Software beisteuern, Huawei die 5G-Netzwerktechnologie.

Das VR-Spiele-Streaming soll teure PCs und Konsolen überflüssig machen und so die Einstiegskosten für Highend-VR deutlich senken. Grafisch aufwendige Berechnungen werden in die Cloud ausgelagert. Die Vision ist, dass hochwertige VR-Erfahrungen über günstige Zuspieler von überall abrufbar sind.

Cloud-Rendering für VR

Mit dem ersten Wireless-Modul für HTC Vive hat TPCast bewiesen, dass Highend-Virutal-Reality über die Luft möglich ist. TPCasts Kompressionsverfahren liefert zu 95 Prozent Bilder, die vom Ausgangsmaterial via Kabel nicht zu unterscheiden sind. Eine zusätzliche Latenz ist nicht spürbar. Die bei der Entwicklung des Wireless-Moduls gesammelten Erfahrungen sollen nun auf das Cloud-Rendering übertragen werden.

Wang Yufeng von Huawei verspricht, dass 5G-Netze die notwendige Bandbreite und geringe Latenz für hochwertiges VR-Streaming bieten. Das Unternehmen wolle gemeinsam mit TPCast die Machbarkeit einer VR-Cloud beweisen und ein solides Fundament für zukünftige Tests und einen kommerziellen Marktstart legen.

Die VR-Übertragung aus der Cloud ist besonders anspruchsvoll, da Virtual Reality hohe Bildwiederholraten und eine extrem geringe Latenz benötigt – sonst droht dem VR-Brillenträger Übelkeit.

5G könnte ein Pfeiler der Mixed Reality werden

Aufgrund der hohen Bandbreite bei geringer Latenz könnten flächendeckende 5G-Netze eine Grundlagentechnologie für die Mixed-Reality-Vision sein. Gerade im Kontext von Augmented Reality könnte das Übertragungsverfahren Brillen mit schlankem Formfaktor ermöglichen, da keine Hardware für die Grafikberechnung ins Brillengestell integriert werden müsste.

Vor wenigen Tagen stellte Qualcomm ein 5G-Modem für Smartphones vor, das Transferraten von bis zu fünf Gigabit erreichen soll. Erste Smartphones mit dem Modem sollen bis Mitte 2019 erscheinen. Für Deutschland wird ein flächendeckender kommerzieller Start von 5G-Netzen ab 2020 prognostiziert.

| Featured Image: VRODO

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