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VR-Training für Spezialeinheiten mit Razer OSVR

von Matthias Bastian7. Dezember 2015

Auch Entwickler von VR-Trainings für Soldaten oder Spezialeinheiten profitieren vom technologischen Fortschritt. Mit neuen Virtual-Reality-Brillen und Tracking-Kameras können sie in Zukunft viel ausgefeiltere Programme anbieten, mit denen sich alle denkbaren Einsatzszenarien exakt einstudieren lassen.

Das US-Unternehmen ‘Motion Reality’ beschäftigt sich intensiv mit Technologien, um Bewegungen einzufangen und zu digitalisieren. Zu einigen bekannten Filmen wie Avatar oder Herr der Ringe konnten die Mitarbeiter des Unternehmens bereits Inhalte beisteuern. Seit einiger Zeit konzentriert sich ‘Motion Reality’ aber auf spezialisierte Virtual-Reality-Anwendungen für das Training und die Ausbildung von Militär- und Spezialeinheiten: “Immersive Virtual Training” heißt es in der Fachsprache, ‘Furchtlos’ lautet der Name des neusten Trainingsprogramms. Mit diesem sollen Einsatzkräfte in vielen verschiedenen Szenarien in einer virtuellen Umgebung das optimale Verhalten für reale Gefahrensituationen immer und immer wieder einstudieren, so dass sie es im Ernstfall rein instinktiv abrufen können. Die neuste Simulation nutzt die Open-Source-VR-Brille Razer OSVR, die mit zusätzlichen Sensoren für das Tracking modifiziert wurde. Die VR-Brille ist quasi kabellos, denn die notwendige Hardware wird in einem kleinen Rucksack auf dem Rücken getragen, der ebenso wie VR-Brille und Waffe mit Sensoren für die Bewegungserkennung ausgestattet ist. Das Tracking scheint zumindest in der gezeigten Demonstration sehr präzise zu funktionieren und ohne erkennbare Latenzen. Der vollständigen Immersion steht so nichts im Wege, was wohl die Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Training sein dürfte – auch wenn die grafische Umsetzung mit der CryEngine noch sehr einfach gehalten ist.

Ein fast identisches Konzept gibt es aber auch für den Entertainment-Bereich: VR-Spielhallen wie The Void gehen sogar noch einen Schritt weiter und verschmelzen virtuelle und bekannte Realität komplett miteinander. Ähnlich funktioniert ein VR-Projekt von Castrol, bei dem zwei Rennfahrer mit VR-Brillen blind über eine reale Rennstrecke rasen – in der Brille sehen sie dabei eine Rennstrecke wie aus einem Computerspiel. Das neue Programm von ‘Motion Reality’ ist auch nicht der einzige Einsatz von VR im militärischen Kontext: Spezielle Therapieprogramme sollen Soldaten helfen, die mit Posttraumatischen Belastungsstörungen aus dem Krieg zurückkehren.

Spezialeinheiten könnten in Zukunft mit #VirtualReality für den Ernstfall trainieren. #razerosvr… Klick um zu Tweeten
| FEATURED IMAGE: Motion Reality (Screenshot bei YouTube)