Bei Filmfestivals wie Sundance und Tribeca werden normalerweise nur klassische Leinwandfilme verkauft. 2018 nicht mehr: Nach “Spheres” und “Zikr: A Sufi Revival” folgt mit “Vestige” nun schon der dritte, interaktive VR-Film, deren Distributionsrechte von einem VR-Vertrieb gekauft wurden. 

Vestige ist eine zehnminütige, raumfüllende VR-Erfahrung, die multiple Erzählpfade mit volumetrisch aufgenommenen Darstellern kombiniert. Erzählt wird die Geschichte einer jungen Frau, die sich an ihren verstorbenen Geliebten erinnert. Der VR-Nutzer findet sich in einer Leere wieder, in der Fragmente von Lisas Erinnerung schweben und kann die Momente selbstständig erkunden. So erscheinen weitere Erinnerungen, die neue Pfade durch die Geschichte eröffnen. Dadurch soll jede Reise durch Lisas Vergangenheit einzigartig werden.

Der Film ist auch aus technischer Sicht interessant: Die Darsteller wurden mit einem Tiefensensor und der Depthkit-Software dreidimensional aufgenommen. Das Ergebnis sind eindrucksvolle Bilder, die an flüchtige, farbige Rauchgebilde oder Weltraumnebel erinnern.

Unbekannte Summe

“Vestige lässt den Zuschauer die Heilung miterleben, die jenseits der Trauer und des persönlichen Verlusts wartet”, sagt Andy Whittaker, Gründer des VR-Vertriebs Other Set, der die Distributionsrechte erworben hat. Wie viel Geld geflossen ist, ist nicht bekannt. Der Weltraumtrip Spheres wurde Anfang des Jahres für 1,4 Millionen US-Dollar gekauft.

Vestige wurde von Aaron Bradbury gedreht. An der Produktion wirkten gleich mehrere, auf immersive Medien spezialisierte Unternehmen mit, darunter NSC Creative, Atlas V und RYOT. Finanziert wurde das Projekt von Kaleidoscope und der französischen Filmförderungsbehörde CNC.

Die VR-Erfahrung feiert am 20. April auf dem Tribeca Film Festival in New York Premiere. Erscheinen soll sie im Frühjahr 2019 für Oculus Rift, HTC Vive und Windows-Brillen auf allen gängigen VR-Plattformen.

| Featured Image: Other Set | Source: Vimooz

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