0

Uncanny Valley: Wenn Virtual Reality schiefgeht

von Carolin Albrand7. Dezember 2015

Komplette Abschottung, vollständiger Realitätsverlust, soziale Isolation: Die schlimmsten Ängste der VR-Skeptiker fasst Federico Heller in seinem Kurzfilm ‘Uncanny Valley’ zusammen.

Die Dystopie beschreibt Virtual Reality wie eine Droge: Einmal in der virtuellen Welt versunken, finden die Abhängigen nicht mehr zurück in die Wirklichkeit. Sie existieren nur noch im Cyberspace, Erfolge, Niederlagen und Emotionen leben sie allein im virtuellen Raum aus. Ihr Haus verlassen sie über Jahre hinweg nicht, sie verwahrlosen und vereinsamen. Das erinnert in Ansätzen an das Metaverse, wie es Neal Stephenson in seinem Roman ‘Snow Crash’ bereits Ende der 90er Jahre beschreibt. Allerdings erwartet die VR-Junkies in Hellers Version noch eine deutlich dunklere Wahrheit, auf die sie in der virtuellen Welt stoßen.

“The first time I tried VR, I thought: Wow, I’ll never gonna be bored again.” Zitat aus Uncanny Valley

Der Titel Uncanny Valley passt eigentlich nicht so ganz für die kurze Filmproduktion –  denn eigentlich bezeichnet der Begriff einen Zustand, bei dem eine computergenerierte Grafik zwar realistisch dargestellt wird, aber nicht überzeugend genug, damit sie unser Gehirn auch als real akzeptiert. Diese pseudo-realistischen Darstellungen wirken befremdlich oder unfreiwillig komisch. In Hellers Dystopie gibt es aber fast keinen sichtbaren Unterschied mehr zwischen virtueller und bekannter Realität, das Szenario erinnert eher an die Matrix. Trotzdem: Ein paar interessante Gedanken stecken in dem Kurzfilm und die Produktion ist technisch so hochwertig umgesetzt, dass Produzenten aus den USA bereits Interesse an einem abendfüllenden Spielfilm angemeldet haben – und zwar als Virtual-Reality-Produktion. Umgesetzt wurde Uncanny Valley vom argentinischen Animationsstudioe 3dar.

| FEATURED IMAGE: 3dar