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Uncharted 4: Umgebung in Virtual Reality mit HTC Vive begehen

von VRODO10. Mai 2016

Photogrammetrie funktioniert auch mit digitalen Umgebungen.

Nein, natürlich gibt es keine VR-Version von Sonys Mega-Blockbuster Uncharted 4. Aber auch ohne dass Naughty Dog in die Tasten haut und die Abenteuer des modernen Indiana Jones in die virtuelle 3D-Welt konvertiert, kann man originale Umgebungen aus dem Spiel in Virtual Reality begehen. Wie das funktioniert? Mit der im Spiel integrierten Screenshot-Funktion und Photogrammetrie.

Photogrammetrie spielte im Kontext von Virtual Reality bisher nur eine Rolle, um reale Umgebungen zu virtualisieren. Dafür nimmt man eine normale DSLR- oder Systemkamera und schießt möglichst viele Fotos einer Umgebung oder eines Objekts aus verschiedenen Perspektiven und Winkeln. Anschließend verarbeitet man die 2D-Aufnahmen mit einer speziellen Software zu einer digitalen, volumetrischen 360-Umgebung. In Valves “The Lab” wurde die Bergspitze bei der einführenden VR-Erfahrung “The Postcard” mittels Photogrammetrie gerendert und dann mit digitalen Objekten und einem Interface ergänzt.

Ein YouTuber hat exakt dieses Prinzip jetzt auf Uncharted 4 angewendet. Im Spiel hat er sich eine möglichst einfache Umgebung gesucht, mit der internen Screenshotfunktion jedes Detail des Raumes aus unterschiedlichen Winkeln fotografiert (insgesamt 64 Fotos) und die Bilder dann anschließend auf den PC exportiert. Dort benutzt er die Software Agisoft Photoscan, um aus den flachen 2D-Aufnahmen wieder eine volumetrische 3D-Umgebung zu generieren. Diese wird dann in die Unity-Engine eingefügt und für HTC Vive aufbereitet. Da manche Spieleengines Screenshots in höheren Auflösungen aufnehmen, als der, mit der das Spiel nativ gerendert wird, kann dieses Vorgehen sogar qualitativ ein Sprung nach vorne sein.

Richtig viel Sinn könnte die digitale Photogrammetrie bei Retro-Spielen ergeben, bei denen die originalen 3D-Dateien vielleicht nicht mehr auffind- oder verwendbar sind oder von den Eigentümern nicht zur Verfügung gestellt werden. Vielleicht bastelt jemand eine begehbare VR-Version des Schlossgartens aus Mario 64 und macht so ein paar Kindheitsträume wahr. Natürlich dient das Feature rein der “Besichtigung” von 3D-Welten, interaktiv sind die mit Photogrammetrie erstellten Umgebungen von Haus aus nicht – es sind ja nur Fotos.

| Featured Image: Sony / Let’s Read about it (Screenshot bei YouTube)