0

Unity: Apps und Spiele direkt in Virtual Reality designen

von Matthias Bastian11. Februar 2016

Vor einigen Tagen präsentierte Epic Games einen VR-Editor für die Unreal Engine. Jetzt zieht Wettbewerber Unity nach.

Auf dem “Vision VR/AR Summit” präsentiert Unitys Chef-Designerin Timoni West den neuen Scene-Editor für die Unity-Engine, der es Designern und VR-Entwicklern erlaubt, direkt in der virtuellen Realität zu arbeiten. Präsentiert wurde die neue Entwicklungsumgebung mit Oculus Rift und den 3D-Controllern Touch. Kurz zuvor präsentierte Epic Games einen VR-Editor für die Unreal Engine mit HTC Vive; dank dem erweiterten Trackingsystem der VR-Brille können Entwickler hier nicht nur digitale Objekte direkt in VR manipulieren, sondern auch durch die 3D-Umgebung laufen. Das gleiche Erlebnis sollte aber auch mit dem Unity VR-Editor möglich sein, denn die Engine unterstützt ebenfalls die HTC-Brille.

Großartige Rückschlüsse lässt die kurze Demo noch nicht zu, die gezeigten Interaktionen sind noch bewusst einfach gehalten. Komplexe Programmier- und Designarbeiten finden noch im klassischen 2D-Interface statt. Ebenso wie bei der Demo des VR-Editors für die Unreal Engine bleiben daher noch viele Fragen offen. Wie komfortabel ist die Arbeit mit der VR-Brille auf dem Kopf? Wie zeitintensiv ist die Nutzung des VR-Editors im Vergleich zur klassischen Entwicklungsumgebung? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit Kollegen? Und wie stark leidet die Bedienbarkeit? Die 3D-Controller von Vive und Rift sind zwar ausgereifte Produkte, aber nur für Spiele und Entertainment ausgelegt, nicht für komplexe Editoren.

Die VR-Baukästen sind auf den ersten Blick revolutionär, brauchen aber sicherlich noch zahlreiche Iterationen, um eine wirkliche Alternative zu den ausgereiften 2D-Interfaces zu werden. “Wir möchten neu überlegen, was die beste Art ist, in VR zu arbeiten”, sagt Unitys Timoni West: “Wir fangen damit gerade erst an.” Erscheinen soll der Unity VR-Editor noch vor Ende des Jahres, neue Features werden kontinuierlich hinzugefügt.

Design und Kreation in Virtual Reality für jedermann

Sylvio Drouin, Vizepräsident der Unity Labs, beschäftigt sich speziell mit dem Thema Storytelling in virtuellen Medien. Er glaubt, dass VR-Editoren eine Schlüsseltechnologie sein könnten, um Autorenwerkzeuge einfacher und zugänglicher zu gestalten. “Alle Arten von Geschichtenerzählern sind von Virtual Reality begeistert, sowohl Künstler als auch Spieleentwickler. Wir möchten ihnen die Kreation so einfach wie möglich machen”, sagt Drouin zum US-Online-Magazin UploadVR.

Mittlerweile gibt es eine ganze Auswahl an VR-Software, die Kreation im virtuellen Raum möglich macht. Neben den VR-Editoren von Unity und Epic Games gibt es noch „Quill“, eine VR-Umgebung für Design, die von den Oculus-Story-Studios eigens für den kommenden Virtual-Reality-Kurzfilm “Dear Angelica” entwickelt wurde. Endverbraucher können sich auf „Tiltbrush“ für HTC Vive freuen, eine Art 3D-Version von MS Paint für die virtuelle Welt. Das Entwicklerstudio hinter “Tiltbrush” gehört mittlerweile zu Google, erscheinen soll die App im April, pünktlich zum Launch der VR-Brille.

Oculus VR bietet mit “Medium” eine vergleichbare Software für Oculus Rift, die aber nicht allein auf das Zeichnen, sondern eher auf das Formen und Entwerfen von 3D-Objekten in VR ausgelegt ist. Oculus-Rift-Erfinder Palmer Luckey bezeichnet das VR-Programm auch als “virtuelle Knetmasse”.”Medium” soll zusammen mit den Touch-Controllern Ende 2016 auf den Markt kommen.

| FEATURED IMAGE: Unity / VRScout (Screenshot bei YouTube)