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Unity-CEO glaubt, dass wir eines Tages “in VR und AR leben”

von Matthias Bastian24. Oktober 2016

Neben den Herstellern von Hard- und Software sind die Anbieter von Entwicklerwerkzeugen ganz entscheidende Treiber der neuen Branche für Virtual und Augmented Reality. Ein Großteil der aktuellen VR- und AR-Anwendungen – beispielsweise Pokémon Go – wurden mit der Unity Engine umgesetzt. Der Geschäftsführer von Unity John Riccitiello glaubt, dass Virtual und Augmented Reality noch einen weiten Weg und dann eine große Zukunft vor sich haben.

Gegenüber Bloomberg äußert Riccitiello, dass Virtual Reality noch immer in einem sehr frühen Entwicklungsstadium sei: “Wir sind in der Pre-Launch-Phase.” Dennoch seien die besten VR-Erlebnisse mit aktuellen VR-Brillen wie Oculus Rift oder Playstation VR bereits eine “transformative Erfahrung”.

Besonders positiv hebt Riccitiello die VR-Spielhalle The Void hervor, die in New York bereits ein spezielles Ghostbusters-Programm anbietet. “Das ist ein unglaublicher Spaß und die Zukunft der standortbezogenen Unterhaltung”, sagt Riccitiello.

Der Unity-CEO glaubt an die langfristige Vision, dass “die Menschheit eines Tages in VR und AR lebt.” Ebenso ist er von der Prognose überzeugt, dass der Markt für Virtual und Augmented Reality in fünf bis zehn Jahren bis zu 100 Milliarden US-Dollar wert sein könnte.

VR und AR sollen weit über die Spielebranche hinauswachsen

Riccitiello geht nicht davon aus, dass es zwischen den verschiedenen Herstellern zeitnah zu einem verschärften Konkurrenzkampf kommt. In der aktuellen Situation seien die Vergleiche “verschwendete Energie”. Der Markt wäre vergleichbar mit dem für Handys kurz vor dem Launch der ersten Smartphones. “Man kann den Gewinner eines Marathons nicht anhand der ersten 15 Meter ablesen.”

Die Unity-Engine würde von Entwicklern derzeit so stark nachgefragt, wie er es zuvor noch nicht erlebt hätte. Er vergleicht diesen Aufschwung mit dem Markteintritt der ersten Playstation, die viele neue Entwickler in die Gaming-Industrie geholt hätte und damit “für Konsolen alles verändert hat.”

“Ich glaube, wir sind erneut an diesem Punkt. Ich bin fest davon überzeugt, dass VR und AR viel größer werden als die Spielebranche, da es nicht nur um Games geht, sondern um viele andere Bereiche”, sagt Riccitiello. Beispielhaft nennt er Anwendungen für die virtuelle Reise oder für die Telepräsenz bei der Kommunikation übers Internet.

Im vergangenen Sommer sammelte Unity 181 Millionen US-Dollar vom Investor DFJ Growth ein, um den Fortschritt der AR- und VR-Entwicklung zu beschleunigen. Der Gesamtwert des Unternehmens wird auf 1,5 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Ein Ziel von Unity ist es, die Kreation von räumlichen Inhalten mit intuitiven Interfaces zu vereinfachen und auch jenen Menschen zugänglich zu machen, die nicht programmieren können. Dazu gehört die Kreation direkt in Virtual Reality, die mit einem speziellen VR-Editor für Profis sowie der Software “Carte Blanche” für Laien möglich sein soll.

| Featured Image: Unity (Screenshot)