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Unity-CEO prognostiziert 100 Millionen VR-Nutzer bis 2020

von Matthias Bastian22. Dezember 2016

John Riccitiello, CEO des auf 3D-Engines spezialisierten Unternehmens Unity, glaubt an den nachhaltigen Erfolg von VR- und AR-Brillen. Bis 2020 soll es 100 Millionen Nutzer geben.

Bei einer Frage-Antwort-Runde auf Reddit positioniert sich Riccitiello als “großer Fan” von AR und VR. Alles andere wäre schlichtweg verwunderlich: Die neue Branche vergoldet gerade die hauseigene Unity-Engine.

Der mit Abstand größte Teil der Anwendungen für VR- und AR-Brillen wird mit dem einsteigerfreundlichen App-Baukasten entwickelt. Der einzige Wettbewerber – die Unreal Engine von Epic Games – ist weit abgeschlagen. Geht es nach Unity, soll die gleichnamige Engine “das Betriebssystem für Virtual Reality werden”.

Laut Riccitiello kommen VR und AR nach eher verhaltenem Marktstart sehr schnell im Mainstream an. Für 2017 erwarte er zwar Wachstum, jedoch kein “explosives Wachstum”, schreibt Riccitiello. Erst in den kommenden drei bis fünf Jahren würden Anwendungen erscheinen, die die neue Technologie für viele Menschen attraktiv mache.

In fünf Jahren aus der Nische in den Mainstream

In 2020 soll VR dann der endgültige Durchbruch gelingen und im Alltag vieler Menschen ankommen. Riccitiello gibt sich sogar die Mühe, Mainstream zu definieren: Es brauche 100 Millionen Nutzer, die die Technologie regelmäßig nutzen.

Geht man nach dieser Vorgabe, hätte Sonys Playstation VR keine Chance, den Mainstream im Alleingang zu erschließen – so wie es im Vorfeld des Launchs von Sonys VR-Brille vermehrt als Ziel ausgegeben wurde. Ohnehin sollen laut Riccitiello nicht allein Spiele für die Verbreitung von VR sorgen.

“Am Anfang hat die Gaming-Branche über zwei Drittel Marktanteil, aber über die Zeit wird der Bereich der Non-Gaming-Apps schneller wachsen.” Für eine Zeitspanne von zehn Jahren gibt der Unity-Chef über eine Milliarde VR-Nutzer weltweit als Zielvorgabe aus. Dafür müsste sich das Wachstum ab 2020 erneut vervielfachen.

Zuvor äußerte Riccitiello gegenüber dem Wirtschaftsmagazin Bloomberg die futuristische Vision, dass Menschen eines Tages “in VR und AR leben”. In Zahlen ausgedrückt, solle der Markt in den kommenden fünf bis zehn Jahren auf ein Volumen von bis zu 100 Milliarden US-Dollar wachsen.

Unity veröffentlichte Mitte Dezember den VR-Editor, ein Program, das es Entwicklern und Designern ermöglicht, virtuelle Welten direkt in der Virtual Reality zu erstellen. Hierbei wird viel Wert auf ein nutzerorientiertes und natürliches Interface gelegt.

Eine ähnliche Anwendung hat Unity für komplette Laien in der Mache. Solche VR-Editoren – für die Unreal Engine ist ebenfalls einer verfügbar – haben das Potenzial, die Einstiegshürde für die Erstellung dreidimensionaler Inhalte massiv zu senken. Gerade für Menschen, die keinen Code schreiben können, ist das interessant.

Unity vergisst die Filmemacher nicht: Im kommenden Jahr wird das offizielle Plugin “Timeline” für Unity erscheinen, das die Produktion von 3D- und 360-Videos erleichtern soll.

| Featured Image: Unity

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