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Unity-Chef: “Bis 2020 sind Smartphones so schnell wie eine Playstation 4”

von Matthias Bastian12. September 2017

Augmented und Virtual Reality mit dem Smartphone werden von langsamen mobilen Prozessoren zurückgehalten, die an ihrer Leistungsgrenze eine zu hohe Abwärme produzieren. Unity-Chef John Riccitiello glaubt, dass das nicht mehr lange so bleibt.

Laut Riccitiello hängt die Leistungsfähigkeit eines aktuellen Smartphones rund drei bis vier Jahre hinter den führenden Konsolen und PCs zurück. Das ändere sich, wenn CPUs und GPUs effizienter rechnen und weniger stark am Akku ziehen. In Zukunft sollen Smartphones problemlos 60 Bilder pro Sekunde oder mehr darstellen können.

“Heute sind Smartphones so leistungsfähig wie eine Playstation 2. Im nächsten Jahr wie eine Playstation 3. Bis 2020 werden sie Prozessoren auf Playstation-4-Niveau haben”, sagt Riccitiello der Webseite Techcrunch.

Seine Prognose ist allerdings nicht ganz stimmig: Sonys PS2 kam im Jahr 2000 auf den Markt. Der Unterschied zu aktuellen Smartphones beträgt demnach 17 Jahre und nicht drei bis vier.

Allerdings hat sogar Sonys Playstation 4 noch mit der Berechnung aufwendiger Virtual-Reality-Welten bei hohen Bildwiederholraten zu kämpfen. Spieler beschweren sich häufig über Pixelmatsch und im Vergleich zum TV-Screen unspektakuläre Grafik. Das zeigt, wie weit Highend-VR mit dem Smartphone noch entfernt ist.

Helfen könnte womöglich unterstützende Hardware, die CPU und GPU entlastet, zum Beispiel auf Computer Vision optimierte Zusatzprozessoren oder Eye-Tracking.

“Die Zukunft kommt schnell”

Riccitiello räumt ein, dass der Marktstart von Virtual Reality langsam verläuft und nennt dafür die üblichen Gründe: Zu teuer, nicht funktional genug. Schon im kommenden Jahr, spätestens bis 2019, sollen diese Probleme gelöst sein – das sei schon seit 2015 seine Prognose.

Schneller könne die Massenverbreitung bei Augmented Reality mit dem Smartphone klappen, Apples ARKit und Googles ARCore sei Dank.

“Die größte App aller Zeiten war Niantics Pokémon Go […]. Mehrere zehn Millionen Menschen spielten das Spiel. Das war erst der Anfang”, prognostiziert Riccitiello.

Bislang sei der Nutzen von Smartphones darauf begrenzt, was man auf dem Touchscreen eingeben könne. In vielen Szenarien sei die Smartphonekamera jedoch “unendlich viel mächtiger”. Laut dem Unity-Chef soll sie in einem Jahr deutlich mehr leisten als Bilder knipsen.

Er nennt Beispiele: Richte man die Kamera auf die Schuhe eines Freundes, bekäme man eine Info angezeigt, wo man die Schuhe kaufen könne und zu welchem Preis. Bei einem Arbeitskollegen vor der Linse erscheine stattdessen das Linkedin-Profil. Bei Restaurants soll es die Speisekarte sein samt Informationen zu Freunden, die dort bereits zu Tisch waren.

Ebenso soll es laut Riccitiello schon in einem Jahr möglich sein, auf den Millimeter genaue Körperscans zu erstellen und diese dann digital zu bekleiden.

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