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Untersuchung: Pokémon-Go-Unfälle kosten Millionen US-Dollar *Update*

von Matthias Bastian29. November 2017

Update vom 29. November 2017:

Zeit Online bezweifelt die Aussagekraft der Studie unter anderem aufgrund des fehlenden Kontrollzeitraums, einer nicht ausreichenden Bereinigung der Datensätze und einer zu geringen Stichprobe. Die ausführliche Kritik steht hier.

Ursprünglicher Artikel vom 26. November 2017:

Eine US-Studie untersuchte die Auswirkungen von Pokémon Go auf die Verkehrssicherheit im Bezirk Tippecanoe, Indiana. Die Forscher schreiben, dass es im Umkreis sogenannter Pokéstops zu mehr Unfällen kommt.

Für die Studie “Death by Pokémon Go” analysierten Forscher der Purdue Universität in Indiana knapp 12.000 detaillierte Unfallberichte der örtlichen Polizei zwischen dem 1. März 2015 und dem 30. November 2016. Den Berichten entnahmen sie das Datum und die geographischen Daten des Unfallortes sowie den Schätzwert des angerichteten Blechschadens und die Anzahl der Verletzten oder Verstorbenen.

Das Ergebnis: Nach dem Erscheinungsdatum von Pokémon Go am 6. Juli 2016 kam es laut den Forschern in den folgenden 148 Tagen zu einem Anstieg von 134 Unfällen aufgrund von Pokémon Go. Insgesamt sollen 47 Prozent der zusätzlichen Unfälle im Untersuchungszeitraum auf die Kappe des Augmented-Reality-Spiels gehen.

Bis zu 25 Millionen US-Dollar Schaden

Die Forscher führen die Unfälle darauf zurück, dass Spieler Pokéstops im Vorbeifahren nutzen. Sie können an diesen speziellen Orten ihr Inventar auffüllen, anstatt für Tränke und Fangbälle reales Geld im Online-Shop auszugeben. Pokéstops befinden sich oft in der Nähe von Sehenswürdigkeiten.

Um diese Theorie zu überprüfen, verglichen sie den Anstieg der Pokéstops-Unfälle mit den Unfallstatistiken im Umkreis von Pokémon-Kampfarenen, die nicht im Vorbeifahren genutzt werden können. Im Vergleich kam es in der Nähe der Pokéstops zu mehr Karambolagen.

Basierend auf den Polizeiberichten berechnen die Forscher einen Blechschaden in Höhe von rund 500.000 US-Dollar, der ohne die Pokémon-Jagd nicht passiert wäre. Hinzu kämen 31 Verletzte und zwei Todesfälle in der Nähe von Pokéstops. Die gesamten Kosten inklusive Behandlung und Versicherung schätzen die Forscher auf 5,2 bis 25,5 Millionen US-Dollar.

Rechne man diese Ergebnisse auf die USA hoch, so heißt es in der Studie, liege der durch Pokémon-Go-Unfälle verursachte Schaden bei zwei bis 7,3 Milliarden US-Dollar in 148 Tagen. Die AR-App wäre dann verantwortlich für 145.000 Unfälle, 30.000 Verletzte und 256 Tote. Die Autoren geben allerdings an, dass diese Hochrechnung spekulativ ist.

| Featured Image: Niantic

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