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US-Schauspieler Ashton Kutcher: “Virtual Reality ist overhyped”

von Matthias Bastian18. Oktober 2016

Der bekannte US-Schauspieler und Tech-Investor Ashton Kutcher ist nicht davon überzeugt, dass Virtual Reality die nächste große Sache im Film- und Serienbusiness wird. Er nennt einen einfachen Grund.

Kutcher ist neben seiner Karriere als Schauspieler auch als Investor in der US-Techszene unterwegs und versuchte sich an eigenen Tech-Startups, die bislang alle scheiterten. Seit 2013 arbeitet Kutcher als Produktentwickler für Lenovo. Trotz seiner Begeisterung für Technologie, hat sich Kutcher bislang nicht vom VR-Hype anstecken lassen. Zumindest nicht im Kontext der Film- und Serienbranche.

“Alle sind total overhyped, wenn es um VR geht. Es ergibt noch keinen Sinn, dort zu investieren. VR ist weit weg in der Zukunft”, sagt Kutcher gegenüber dem Online-Magazin Recode. Dabei stört sich der technologieaffine Kutcher nicht wie Apple-Boss Tim Cook an der vermeintlichen sozialen Isolation unter der VR-Brille, sondern an den eingeschränkten Möglichkeiten beim Schnitt.

In 360-Grad-Aufnahmen kann man zwar problemlos zwischen einzelnen Szenen schneiden, jedoch sehr viel schlechter innerhalb in der gleichen Szene. Zu viele Schnitte können den Zuschauer außerdem schnell desorientieren. Typische Erzählstrukturen aus dem klassischen Film, die erst der Schnitt ermöglicht – beispielsweise durch Nah- und Detailaufnahmen – lassen sich bislang nicht in die VR-Brille übertragen.

Ohne Schnitt keine Geschichte

Für Kutcher ist das ein Killerargument gegen 360-Grad-Produktionen. VR-Filmer seien der Auffassung, dass die Zuschauer keinen Wert auf den Schnitt legen. Aus Kutchers Perspektive eine völlig falsche Annahme.

“Menschen wollen Schnitte, weil Schnitte die Story voranbringen. Seit Menschen am Lagerfeuer sitzen und sich Geschichten erzählen, benutzen sie den Schnitt. Sie schneiden die langweiligen Teile heraus und machen mit den interessanten Inhalten weiter. So erzählt man Geschichten.”

VR- und 360-Videos hingegen hätten das Problem, dass sie aufgrund des fehlenden Schnitts in den schwammigen Bereich der “Kurzform” fallen würden. “Die Inhalte müssen kurz sein, um das Publikum bei der Stange zu halten”, sagt Kutcher.

| Featured Image: Techcrunch bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0. | Source: Recode