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US-Startup WILD experimentiert mit Mixed-VR

von Carolin Albrand27. August 2015

Das US-Startup WILD kombiniert virtuelle Umgebungen mit Elementen aus der realen Umgebung. Der Nutzer trägt eine VR-Brille und befindet sich in einer computergenerierten dreidimensionalen Umgebung. Das Hauptproblem ist dabei normalerweise, dass man im virtuellen Raum gar nicht oder nur umständlich mit der Umgebung interagieren kann. Anders ist es beim Mixed-Reality-Ansatz von WILD: Greift man in der virtuellen Realität nach der Türklinke befindet sich in der Wirklichkeit an der gleichen Stelle auch eine Tür, die sich öffnen lässt. Die virtuelle Welt wird der realen Welt quasi übergestülpt, anders als beispielsweise bei einer Mischung aus Augmented- und Virtual-Reality. Das System von WILD arbeitet mit Samsung GearVR und einer ganzen Armada von Kinect-Kameras, die im Raum und an verschiedenen Objekten angebracht sind.

Wir mögen die Idee materielle und virtuelle Räume zu verbinden, weil man damit den Nutzer in eine glaubhafte Umgebung versetzt und er nicht bloß durch eine Bilderwelt treibt. Gabe Paez, WILD Gründer

Bislang handelt es sich bei der Anwendung nur um einen Prototypen. Ein abgesteckter Bereich simuliert zwei Räume mit einer realen Durchgangstür, einem Fenster, einem Handhebel und einem Lichtschalter. Diese realen Elemente tauchen in verschiedenen virtuellen Szenen auf, die das Unternehmen selbst entwickelt.

Eine Demoversion versetzt den Nutzer beispielweise in eine Küche. Er sitzt an einem Küchentisch, hört wie Popcorn im Hintergrund aufploppt, riecht es und bekommt virtuell eine frische Schüssel vorgesetzt. Greift er vor sich ertasten seine Finger aber eine reale Schüssel voller Popcorn, an der er sich bedienen kann. Das steigert die Authentizität der virtuellen Welt ungemein. Der Mixed-Reality-Forscher Mark Bolas von der University of Southern California bezeichnet diese Momente als “Fundamente für eine tolle VR-Erfahrung”.

Jedesmal wenn man einen Moment erlebt in dem die virtuelle Umgebung absolut überzeugend ist, lässt man die Realität etwas mehr los. Mark Bolas, University of Southern California

Das Start-Up WILD setzt auf Mixed-Reality.

Konzeptbild für die Mixed-Reality

‘Experience Presence’: Großer Aufwand für besondere VR-Erfahrungen

Nun könnte man fragen: Warum sollte man in einer virtuellen Küche sitzen wollen, um virtuelles Popcorn zu essen während man in der Realität in einer echten Küche sitzt und echtes Popcorn isst? Eine völlig berechtigte Frage, die die Entwickler von WILD in Zukunft beantworten wollen. Lässt man die Fantasie aber ein wenig fliegen, hat man schnell eine ganze Reihe an Ideen wie man die virtuelle Erfahrung gegenüber der Realität aufwerten könnte. Beispielsweise könnten weitere reale oder erdachte Figuren mit am Küchentisch sitzen, die sich eigentlich nicht gerade im Raum befinden. Oder man könnte in der Küche einer berühmten Filmkulisse speisen. Und auf Wunsch öffnet sich auch mitten auf dem Küchentisch ein schwarzes Loch, das einen einfach so in ein Paralleluniversum saugt wo man in eine Tortenschlacht mit Fox Mulder und ein paar Aliens involviert wird. Einfach ausgedrückt: Alles ist möglich.

Aber so spannend das Konzept von WILD ist, so aufwändig ist es auch in der Umsetzung. Denn es setzt auf maßgeschneiderte VR-Erfahrungen für eine ganz spezielle Umgebung, die nicht einfach so in jedes Wohnzimmer übertragen werden können. Dieser Komplexität ist sich die Truppe von WILD offenbar bewusst und setzt daher in erster Linie auf Unternehmen als Kunden. Für die können sie maßgeschneiderte Mixed-Reality-Anwendungen für Messen, Events oder Themenparks umsetzen.

Realistische Interaktion als Schlüssel für glaubhafte #VirtualReality-Abenteuer. #MixedReality Klick um zu Tweeten

| SOURCE: WILD
| IMAGES: WILD
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