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Valve: Das Trackingsystem Lighthouse soll weiter ausgebaut werden

von Matthias Bastian7. September 2016

Das Trackingsystem Lighthouse, das aktuell nur die VR-Brille HTC Vive erfasst, soll weiterentwickelt werden. Auch die Nutzung außerhalb von Steam VR und Spielen ist geplant.

Das Laser-basierte Trackingsystem Lighthouse wird zwar mit der VR-Brille HTC Vive ausgeliefert, ist aber eine komplette Eigenentwicklung von Valve. Die Ingenieure des Spielegiganten entwarfen sowohl Hard- als auch Software.

Zwei kleine Würfel, die in den Ecken eines Raumes montiert werden, scannen den Raum mit Laserstrahlen, die in Abständen von wenigen Millisekunden ausgesendet werden. Sie treffen auf der VR-Brille und den 3D-Controllern auf Fotowiderstände. Diese wiederum sind mit einem kleinen Chip verknüpft, dem TS3633, der vom US-Unternehmen Triad Semiconductor hergestellt und von Valve entwickelt wird. Im Zusammenspiel mit der Software kann der Chip Bewegungen des Nutzers in einem Radius von circa 16 Quadratmetern in 360-Grad erfassen und ohne wahrnehmbare Verzögerung in die Virtual Reality übertragen.

Bislang wird dieses System ausschließlich für die VR-Brille HTC Vive eingesetzt – das soll aber nicht so bleiben. Ab Herbst bietet Valve Seminare an, die Entwickler und Ingenieure zum optimalen Umgang mit Lighthouse befähigt. So soll sichergestellt werden, dass Valves Qualitätsstandard für das Trackingverfahren eingehalten wird. Erfolgreiche Absolventen können das System anschließend ohne Gebühren lizenzieren und trackbare Hardware entwickeln.

Die dafür notwendigen Sensoren bietet Triad Semiconductor in den kommenden Wochen zum Verkauf an. Sie kosten je nach Stückmenge zwischen 50 Cent und einem US-Dollar. Ein etwas teureres Modell des Chips (TS3633-CM1) für rund sieben US-Dollar hat bereits die notwendigen Photodioden und Widerstände integriert und benötigt ergänzend nur Strom und Erdung. Für eine trackbare Hardware braucht man circa 20 bis 30 dieser Chips. Die Kosten für die Entwicklung von Prototypen halten sich zumindest beim Tracking also in Grenzen.

Lighthouse-Tracking nicht nur für Games

Reid Wender, Mitarbeiter von Triad, räumt ein, dass das derzeitige System noch komplex und daher nur für Ingenieure gedacht sei – das solle sich aber ändern. Neuigkeiten dazu soll es laut Wender in “naher Zukunft” geben. Denkbar ist ein fertig produzierter Tracker, der an realen Objekten angebracht werden kann. So könnte man beispielsweise den eigenen Tennisschläger vom Trackingsystem erfassen lassen und in der Virtual Reality nutzen; vorausgesetzt, es gibt ein passendes 3D-Modell in der Anwendung.

Valve habe eine “geniale Vision” für das Trackingsystem, so Wender. Das beschränkt sich offenbar nicht auf Spiele und Room-Scale-VR. Als weiteres Anwendungsszenario nennt Wender die Fernsteuerung von Robotern via Telepräsenz.

| Featured Image: Triad Semiconductor | Source: Road to VR