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Valve: Hersteller arbeiten an VR-Brillen für das Trackingsystem Lighthouse

von Tomislav Bezmalinovic18. Januar 2017

Das Lighthouse-Trackingsystem ist zwar das Aushängeschild von HTC Vive, entwickelt wird es jedoch bei Valve. Seit August vergibt das Unternehmen kostenlos Lizenzen an Ingenieure und Unternehmen, die die Technologie für neue Produkte nutzen wollen. Nun bestätigt ein Mitarbeiter von Valve, dass Hersteller an neuen VR-Brillen arbeiten, die das Lighthouse-Tracking nutzen. Eine überarbeitete Version des Trackingsystems soll in diesem Jahr erscheinen.

Der Valve-Ingenieur Joe Ludwig verrät bei Reddit neue Details zur Zukunft von Lighthouse: “500 Unternehmen haben eine Lizenz für Lighthouse erworben und einige von ihnen stellen VR-Brillen her. Einige haben schon darüber gesprochen und andere werden etwas ankündigen, sobald sie bereit sind.” Die Lizenznehmer kommen nicht allein aus der Gamesbranche, auch die Automobilindustrie oder Spielzeughersteller haben Produkte in Planung. Viele davon sollen in diesem Jahr erscheinen.

Ludwig spricht über die verbesserten Basisstationen, die im Oktober auf den Steam Dev Days erstmals vorgestellt wurden. Laut Ludwig bereitet sich Valve gerade auf die Produktion vor: “Die nächste Fertigungsstraße, an der wir arbeiten, ist für die Basisstationen, über die wir auf den Dev Days gesprochen haben. Sie werden später in diesem Jahr erscheinen.” Man würde versuchen, den Produktionsprozess vor Ort zu halten, damit die Mitarbeiter stets die Übersicht über die Herstellung hätten.

Anstatt wie bisher das Laserlicht waagerecht und senkrecht in den Raum zu werfen, sendet die neue Basisstation das Trackingsignal in einer V-Form aus. So können zwei Koordinaten auf einmal erfasst werden. In den neuen Trackingboxen sind daher nicht mehr zwei Lichtmotoren verbaut, sondern es reicht ein einzelner Motor. Das reduziert das Gewicht, den Stromverbrauch, die Fehleranfälligkeit und die Lautstärke der Basisstationen – und natürlich den Preis.

Wird Lighthouse der neue Trackingstandard?

Valves Bemühungen zeigen, dass die Virtual-Reality-Strategie des Unternehmens weit über HTC Vive und VR-Games hinausgeht. Das Unternehmen wird versuchen, Lighthouse als Industriestandard für räumliches Tracking zu etablieren, möglicherweise auch abseits von VR. Unter anderem sollen OEM-Versionen produziert werden, die dann von anderen Herstellern vermarktet werden können.

Für HTC ist diese Entwicklung bitter: Die VR-Brille Vive verliert vorerst ihr Alleinstellungsmerkmal, das raumfüllende Tracking. Und Oculus könnte ob des unterlegenen Trackingsystems zunehmend unter Zugzwang geraten, wenn mehr VR-Brillen auf dem Markt sind, die mit Steam und Lighthouse kompatibel sind.

| Featured Image: HTC

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