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Valve-Ingenieur spricht über die Zukunft von Lighthouse

von Tomislav Bezmalinovic22. Juli 2017

Der Valve-Ingenieur Alan Yates ist maßgeblich an der Entwicklung des Lighthouse-Trackingsystems beteiligt, das bei HTC Vive zum Einsatz kommt. Auf Reddit erzählt er, in welche Richtung sich die Technologie in den nächsten Jahren entwickeln könnte.

Könnte es in Zukunft winzige Vive Tracker geben, die an realen Objekten befestigt werden können, um sie in der Virtual Reality sichtbar zu machen? Diese Frage stellt ein Leser in einem Reddit-Beitrag und bekam prompt Antwort von Alan Yates und David Kreylos, einem weiteren, bekannten Ingenieur, der sich auf Trackingsysteme spezialisiert hat.

Laut Yates könnte ein Vive Tracker mit einem einzigen Sensor und einer IMU auskommen, sofern er stets Sichtkontakt zu mindestens zwei Basisstationen hat. Da das Anfang Juni von Valve angekündigte Lighthouse 2.0 den Einsatz von mehr als zwei Basisstationen zulässt, dürften Trackingeinheiten in Zukunft noch kleiner werden.

“Je mehr Basisstationen du hinzufügst, desto weniger Sensoren brauchst du”, schreibt Yates. Das Problem sei der Preis. “Ich will an einen Punkt gelangen, an dem die Basisstationen so erschwinglich sind, dass du sie überall im Raum platzieren kannst, sodass ein einziger Trackingpunkt ausreicht”, schreibt der Valve-Ingenieur.

David Kreylos schreibt, dass man mit mehr als zwei Basisstationen und einer Miniaturisierung der Trackingeinheiten mit Sensoren übersäte Ganzkörperanzüge herstellen könnte, von denen jeder als unabhängige Einheit von Lighthouse erfasst würde. Damit wäre ein extrem präzises Ganzkörpertracking möglich.


Höheres Sichtfeld, weniger Stromverbrauch, höhere Präzision

Was den Preis der Basisstationen betrifft: Die für Lighthouse 2.0 gedachten Geräte setzen nur noch einen Motor und einen Laser ein und sind daher günstiger in der Herstellung als die bisherigen Basisstationen. Die neuen Prototypen seien die besten, die er je gesehen hat, schreibt Yates. Sie decken einen Bereich von ungefähr 108 x 160 Grad ab. Zum Vergleich: Die aktuellen Basisstationen haben ein Sichtfeld von ungefähr 120 x 120 Grad.

Laut Yates dreht der Motor der neuen Basisstationen etwas langsamer als zuvor. Dadurch verbraucht das Gerät weniger Strom, ist leiser und kühler und hält im Batteriebetrieb länger durch. Dass Yates von Batterien spricht, könnte ein erster Hinweis darauf sein, dass zukünftige Basisstationen nicht mehr mit der Steckdose verbunden werden müssen.

Das würde es noch einfacher machen, die Trackingkomponenten im Raum zu verteilen – oder einfach mitzunehmen, um im Freien oder unterwegs in Sekundenschnelle ein Lighthouse-Trackingsystem aufzubauen.

Wer sich tiefer in die Materie einlesen möchte, findet hier einen exzellenten Artikel, der die Funktionsweise und Vorteile von Lighthouse 2.0 auf verständliche Art und Weise erklärt.

| Featured Image: HTC | Source: Reddit

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