Erst macht Valve Lust auf mehr, dann passiert lange nichts: Wo bleiben die Virtual-Reality-Controller Knuckles? Schon seit mehr als einem Jahr gibt es keine konkreten Neuigkeiten mehr. Bei Reddit teilen VR-Entwickler ihre Perspektive auf den Stand der Dinge.

Einer der spannendsten Aspekte von Virtual-Reality-Technologie sind die neuen Interfaces, die sie hervorbringt: Auf den Submillimeter exakt erfasste VR-Controller verändern, wie Menschen mit digitalen Welten interagieren. Die von Valve angekündigten Knuckles-Controller könnten mit präzisem Greif- und Fingertracking die nächste Generation dieser Eingabegeräte starten – sofern sie denn erscheinen. Im Oktober 2016 stellte Valve die Controller erstmals vor, seitdem herrscht weitgehend Stille.

Was dauert da so lange? Bei Reddit spekulieren Entwickler, die die Prototypen kennen und mit anderen VR-Studios in Kontakt stehen, über den Verbleib der Geräte.

Demnach sollen insbesondere hohe Herstellungskosten der Veröffentlichung im Wege stehen. Valve arbeite daran, diese zu senken, da das Unternehmen wisse, dass das Zubehör nur Aussicht auf Erfolg haben kann, wenn es günstig ist.

Denn verkaufen sich die Controller nicht ausreichend, hätten Entwickler keinen Grund, die innovativen Funktionen wie die präzise Fingererfassung oder das natürliche Greifen sinnvoll in ihre Virtual-Reality-Anwendung zu integrieren. Der höhere Programmieraufwand würde sich nicht in besseren Verkaufszahlen zeigen.

Bei vielen VR-Anwendungen bildet die Interaktion mit Objekten via Controller außerdem den Kern der Erfahrung. Das macht den Controller zu einem zentralen Bestandteil des VR-Erlebnisses, das man nicht ohne größere Software-Anpassungen einfach so austauschen kann.

Im Internet sind Anleitungen von Valve aufgetaucht, die einen detaillierten Einblick in die Einrichtung und Funktionsweise der Geräte geben.

Valves neue 3D-Controller erfassen alle fünf Finger. Bild: Valve

Für virtuelle Knarren ungeeignet?

Einen zweiten möglichen Grund für die lange Wartezeit nennt der Entwickler der erfolgreichen VR-Ballersimulation “Hot Dogs, Horseshoes & Hand Grenades”: Es soll sich unnatürlich anfühlen, eine virtuelle Knarre in die Hand zu nehmen, da die Trigger nicht richtig sitzen in Relation zum Waffengriff.

Da VR-Ballerspiele eines der beliebtesten Genres sind, könnte das speziell VR-Spieler – Valves Hauptzielgruppe bei Steam – vom Kauf abschrecken. Die Entwicklerversion der Knuckles-Controller soll außerdem noch recht fragil sein. Allerdings entspricht das Fertigungsmaterial wohl kaum dem einer möglichen kommerziellen Variante.

Zur Ankündigung von Vive Pro, HTCs nächster Virtual-Reality-Brille, äußerte sich Vive-Manager Raymond Pao auch zum Entwicklungsstand der Knuckles-Controller. Sie sollen noch in einer “sehr frühen Phase” sein. HTC seien keine Pläne für die Veröffentlichung bekannt. Vive Pro wird mit den Standard-VR-Controllern von HTC Vive ausgeliefert, die nur mit neuer Sensortechnologie verbessert werden.

| Featured Image: HTC

Tagesaktuelle und redaktionell ausgewählte Tech- und VR-Deals: Zur Übersicht
VRODO-Podcast #111: Astrobot, VR-Isolation und Quest-Zielgruppe | Alle Folgen anhören


Unsere Artikel enthalten vereinzelt sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über einen dieser Links erhalten wir eine kleine Provision. Der Kaufpreis bleibt gleich.