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Valve macht Razers VR-Brille mit Vive-Trackingsystem kompatibel

von Matthias Bastian20. Juni 2016

Alan Yates ist Ingenieur bei Valve und war maßgeblich an der Konzeption des Trackingsystems Lighthouse beteiligt. Dieses könnte zukünftig auch mit anderen VR-Brillen als HTC Vive laufen – beispielsweise Razers HDK.

Einfach erklärt funktioniert das Trackingsystem von HTC Vive exakt umgekehrt zu dem von Oculus Rift und Razers HDK. Bei der Vive-Brille sind die Sensoren im Gehäuse untergebracht und verarbeiten das Laserlicht der Basisstationen. Bei Oculus Rift und Razer HDK übernimmt diesen Job die optische Trackingkamera, die direkt mit dem Rechner verbunden wird und das Licht der Infrarotdioden an der VR-Brille erkennt.

Trotz der verschiedenen Ansätze scheint es offenbar möglich zu sein, mit etwas zusätzlicher Peripherie auch die Razer-Brille mit Lighthouse zu tracken. Mit der finalen Oculus-Rift-Version dürfte das wohl nicht funktionieren, der notwendige USB-Anschluss wurde gegenüber dem DK2 wegrationalisiert. Zugegeben, besonders alltagstauglich sieht die Lösung bislang ohnehin nicht aus.

Yates verrät außerdem, dass die bei Valve erforschte VR-Technologie, das betrifft sowohl das Trackingsystem als auch das Wissen zur Optik, von anderen Herstellern und Unternehmen lizenziert werden kann. Ein einigermaßen brauchbares Gerät herzustellen sei mittlerweile sehr anspruchsvoll, Valve könne Unterstützung bei den besonders komplexen Schritten anbieten und somit eine schnellere Entwicklung ermöglichen.

Dieses Angebot ist aber an eine Bedingung geknüpft: Auf Basis von Valve-Technologie entwickelte Geräte müssen anschließend mit der Steam-Plattform / Open VR kompatibel sein. Das schließt aber andere Plattformen nicht aus, außerdem möchte Valve nicht an der Hardware mitverdienen. “Wir werden nicht nach Exklusivrechten fragen und wir halten auch niemanden davon ab, für andere Industriezweige zu entwickeln”, schreibt Yates. Klar ist aber, dass Valve an der via Steam verkauften Software Geld verdient. Je mehr Hard- und Software dort unterstützt wird, desto attraktiver wird die Plattform auch für Endverbraucher.

Im Mai machte Yates schon einmal auf sich aufmerksam, als er gleichfalls bei Reddit aus dem Nähkästchen plauderte und behauptete, dass Oculus Rift in weiten Teilen eine Kopie von HTC Vive sei. “[…] die Kerntechnologie der Rift- und der Vive-Brille sind ein direktes Ergebnis von Valves Forschung. Oculus hat ein eigenes Trackingsystem und ein anderes Design für die Linsen, aber davon abgesehen ist CV1 eine direkte Kopie der Architektur des 1080p Steam-Sight-Prototypen, den Valve an Oculus VR verliehen hat, als wir eine Version des ‘Valve Rooms’ in ihrem Hauptsitz aufbauten.”

| Source: Twitter / Reddit