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Valve zeigt Prototypen für neue 3D-Controller, investiert in Wireless-Tech

von Matthias Bastian12. Oktober 2016

Auf den Steam Dev Days gibt Valve einen ersten Ausblick auf die Zukunft von Steam VR und stellt neue 3D-Controller sowie verbesserte Trackingstationen in Aussicht.

Ein finales Design für die überarbeiteten 3D-Controller steht noch nicht fest. Vielmehr zeigte Valve eine Bandbreite an Prototypen, mit denen das Unternehmen derzeit experimentiert. Ähnlich wie Oculus Touch soll einer der neuen Prototypen ein natürlicheres Gefühl für das Greifen in Virtual Reality vermitteln und so für eine verbesserte Handpräsenz sorgen.

So ein 3D-Controller könnte für HTC Vive erscheinen, wäre aber prinzipiell wohl mit jeder VR-Brille kompatibel, die bei Steam VR samt Lighthouse-Tracking läuft. HTC hat mit HTC Vive keine exklusiven Nutzungsrechte an Valves Trackingtechnologie.

Wirkliche Rückschlüsse auf technische Details der neuen 3D-Controller lassen die abfotografierten Bilder einer Präsentation nicht zu. Erste Hands-on-Berichte könnten in den kommenden Tagen folgen, wenn die Entwickler vor Ort die neue Hardware ausprobieren.

Auf der Folie taucht auch das herkömmliche Steam-VR-Gamepad auf, das in einer neuen Iteration offenbar ebenfalls vom Trackingsystem erfasst werden kann. Sony bietet mit dem PS4-Gamepad und der PS4-Kamera ein ähnliches Feature.

Außerdem stellt Valve eine verbesserte Version der Trackingboxen in Aussicht. Diese soll in 2017 erscheinen. Verbessern kann man an den kleinen Basisstationen jede Menge. Sie surren im Betrieb recht laut und sind auf eine externe Stromversorgung angewiesen. Ein komplett autarkes und drahtloses Trackingsystem wäre ungemein komfortabel.

Valve investiert in Nitero für Wireless-VR

Auf der CES 2016 stellte das texanische Unternehmen Nitero erstmals eine 60 GHZ Wi-Fi-Lösung für mobile Endgeräte vor, die speziell für die Übertragung von 4K-Aufnahmen bei geringer Latenz gedacht ist. Der kabellose Übertragungsweg funkt mit 802.11ad und kann theoretisch bis zu sieben Gigabyte pro Sekunde übertragen.

Bei entsprechender Kompression kann das bereits reichen, um eine VR-Erfahrung vom Rechner in die VR-Brille zu streamen. Der größte Minuspunkt von HTC Vive – das Kabel – wäre somit Vergangenheit.

Laut Niteros Mit-Gründer Sven Mesecke investierte Valve eine “signifikante Summe” in die Wireless-Technologie, die speziell für die Bedarfe von VR-Anwendungen optimiert sein soll. Bereits Anfang des Jahres behauptete Nitero-CEO Pat Kelly, dass schon “ein Meteor auf die Erde fallen muss”, damit ein für das zweite Halbjahr 2016 geplante Wireless-Add-On nicht auf den Markt kommt. Knapp drei Monate bleiben Valve und Nitero noch, um den Weltuntergang zu verhindern.

Wenn es Nitero nicht rechtzeitig gelingt, springt vielleicht Quark VR ein. Das bulgarische VR-Startup gab an, dass es in diesem Herbst eine kabellose Version von HTC Vive präsentieren wird. Das Unternehmen kooperiert nach eigenen Angaben seit mehreren Monaten mit Valve.

Auch Peter Chou, Gründer und ehemaliger Geschäftsführer von HTC, kündigte kürzlich an, dass erste Lösungsansätze für kabellose Highend-VR Anfang nächsten Jahres gezeigt werden. Der große Schritt werde aber erst in 2018 folgen.

| Featured Image: Robert Merki bei Twitter / Valve