Im Frühjahr 2017 verließ Valves VR-Botschafter Chet Faliszek das Unternehmen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Er will eine KI entwickeln, die vielfältigere Interaktion mit Spielecharakteren erlaubt und individuelle Geschichten generiert.

Im September wechselte Faliszek zu seinem neuen Arbeitgeber, den britischen Bossa Studios. Dort arbeitet er an einem neuen Koop-Spiel, das mit KI neue Wege beim Geschichtenerzählen gehen will.

In einem Interview mit Games Industry konkretisiert Faliszek seine Pläne: Sein Spiel findet in einer offenen Welt statt, in der sich Spieler entscheiden müssen, wie sie sich gegenüber Spielcharakteren verhalten. Die sollen auf die Handlungen des Spielers reagieren und “unerwartete, aber nachvollziehbare Dinge” tun .

Als KI-Vorbild nennt Faliszek die beiden Mittelerde-Titel des Entwicklers Monolith. In den Rollenspielen trifft man auf besondere Charaktere, die sich Handlungen des Spielers merken und im weiteren Spielverlauf entsprechend reagieren.

Faliszek beschäftigte sich schon früher mit Künstlicher Intelligenz in Videospielen: Vor rund zehn Jahren beteiligte er sich als Autor an der Entwicklung des Koop-Shooters “Left 4 Dead”, der unter anderem wegen seiner für damalige Verhältnisse fortschrittlichen KI bekannt wurde. Sie steuert das Spieltempo und organisiert die Gegner für möglichst dynamische Zombie-Überfälle. Faliszek will in seinem neuen Projekt eine ähnliche, aber sehr viel grundlegendere KI entwickeln, die sämtliche Aspekte des Spiels vorantreibt.

Viel Verwirrung um Künstliche Intelligenz

Der Autor glaubt, dass die besten Geschichten jene sind, die Spieler aus sich selbst heraus erzählen. Der PC-Mehrspielerhit “Playerunknown’s Battlegrounds” sei ein perfektes Beispiel.

Beim Spielen entstünden immer wieder spannende Geschichten, die von den Mitspielern maßgeblich mitgestaltet werden. “Die Geschichten werden von anderen Spielern beeinflusst, es ist keine KI im Spiel. Meine Frage ist: Kann eine KI tun, was diese Spieler tun?”

Sein Spiel soll unter Einwirkung des Spielers und in Interaktion mit Spielcharakteren individuelle Geschichten erschaffen, statt eine bereits festgelegte Handlung wiederzugeben: “Wenn man von einer ‘Geschichte’ spricht, denken die meisten Menschen an lange Monologe. Aber Geschichten sind mehr als das: Sie bestehen aus Aktivitäten, Handlungen und verschiedenen Elementen.”

Laut Faliszek herrscht aktuell ein großer Hype und viel Verwirrung um KI. Was die Leute in KI sehen und was sie wirklich ist, stimme nicht überein: “Wir wollen ein Spiel schaffen, in dem niemandem auffällt, dass wir KI eine nutzen, aber das ohne KI nicht vorstellbar wäre.”


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