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Valves Gabe Newell erwartet neue VR-Displaytechnologien ab 2018

von Matthias Bastian15. Februar 2017

Als Gründer und Chef von Valve ist Gabe Newell eine der Personen, die im Mittelpunkt des neuen VR-Hypes stehen. Da Valve selbst an Hardware forscht, hat er eine konkrete Vorstellung davon, was sich ändern kann und wird, damit VR die nächste Qualitätsebene erreicht. Ein kritischer Punkt ist die Displaytechnologie.

Die technologische Entwicklung von VR-Brillen sei vorhersehbar, sagt Newell in einem aktuellen Interview. Die Geräte würden leichter und kleiner werden, eine höhere Auflösung sowie ein weiteres Sichtfeld bieten.

“Das sind keine Spekulationen, sondern Dinge, die im Prinzip schon vorhanden sind und von denen jeder Hersteller weiß, wie man sie produziert. Die Frage ist nicht ob, sondern wann diese Produkte erscheinen”, sagt Newell. Mit einer Ausnahme: Die Fortentwicklung von Displaytechnologien für VR sei weniger offensichtlich.

Aktuelle VR-Brillen würden auf dem Erfolg des Smartphones aufsetzen, so Newell. Er meint die handlichen und hochauflösenden AMOLED-Screens, die ursprünglich fürs Smartphone konzipiert wurden, aber jetzt auch in vielen VR-Brillen verbaut werden. “Das war irgendwie ein glücklicher Zufall, dass wir die Smartphone-Screens in VR-Brillen verwenden können”, sagt Newell.

Allerdings seien die Displays nicht für Virtual Reality optimiert. Newell prophezeit, dass sich das in den kommenden ein bis zwei Jahren ändert und die Panelindustrie Screens entwickelt, die von Grund auf für die Virtual Reality gedacht sind.

VR-Displays sollen der neue Goldstandard der Panelindustrie werden

Diese neue Herangehensweise würde dazu führen, dass VR-Displays andere Displaytechnologien qualitativ weit hinter sich lassen: “Wenn wir nur noch für die VR-Brille entwickeln, kommen wir viel schneller voran”, sagt Newell.

Die Tage von zu niedrig aufgelösten Bildern in der VR-Brille sollen ab 2018 oder 2019 gezählt sein. Die Virtual-Reality-Industrie soll zukünftig die Displays mit den höchsten Auflösungen und schnellsten Bildwiederholfrequenzen stellen im Vergleich zu Smartphones oder Desktop-PCs. “Die erste Generation VR-Brillen macht das nicht offensichtlich, aber in Zukunft werden wir extrem hochauflösende Displays sehen mit einer Bildwiederholfrequenz von 200 Hz”, sagt Newell.

Ein so hochwertiges Display braucht einen entsprechend leistungsfähigen Rechner, der die Bilder in der hohen Auflösung berechnen und schnell genug zuspielen kann. Newell glaubt daher nicht an den Trend zu Mobile-VR. Virtual Reality im Highend-Segment – und das sei der interessante Bereich, der die Industrie vorwärts bringe – würde zukünftig nicht mit weniger Leistung auskommen.

Im Gegenteil: VR würde so viel Performance benötigen, dass man “noch den letzten CPU-Zyklus” aus der Maschine pressen müsse. “Mit unseren VR-Spielen werden wir die neuen Nvidia-, Intel- und AMD-Chips extrem ausreizen, viel mehr als mit aktuellen Highend-Spielen.”

| Source: Valve News Network | Featured Image: Tim Dorr bei Flickr. Valve. Lizenziert nach CC BY-SA 2.0.

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