Titelbild: Road to VR

Das finnische Startup Varjo arbeitet an einer VR-Brille, die ausentwickelt 70 Megapixel bieten soll. Möglich wird das durch eine ausgefeilte Doppel-Display-Konstruktion, die zwischen Fokus und Peripherie unterscheidet. 2019 soll außerdem eine Mixed-Reality-Erweiterung erscheinen.

Auf der Augmented World Expo 2018 in Kalifornien präsentiert Varjo einen neuen Prototyp der hausgemachten VR-Brille – vielmehr des darin verbauten Doppel-Displays für den Fokusbereich und das periphere Sichtfeld.

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Das Fokusdisplay in der Mitte zeigt VR-Inhalte sehr scharf an. Im peripheren Sichtfeld wird die Auflösung mit dem Kontextdisplay reduziert. Der Ansatz soll hochauflösende VR-Grafik bei geringerem Rechenaufwand ermöglichen. Bild: Varjo

Im Vergleich zum ersten Prototyp wurde die Auflösung des sogenannten Kontextdisplays erhöht, also des zweiten Screens für Inhalte im peripheren Sichtfeld. Es bietet neu 1.440 mal 1.600 Bildpunkte pro Auge statt wie zuvor 1.080 mal 1.200 Bildpunkte pro Auge.

Die Auflösung des Fokusdisplays liegt unverändert bei 1.920 mal 1.080 Bildpunkten pro Auge. Das Display wurde etwas vergrößert und der Übergang zwischen Kontext- und Fokusdisplay soll im Vergleich zum vorherigen Prototyp weniger sichtbar sein. Laut eines ersten Testberichts des US-Blogs Road to VR ist der Übergang besser maskiert, aber noch wahrnehmbar. Das Sichtfeld liegt wie gehabt bei circa 100 Grad.

Fokusdisplay macht neue Details sichtbar

Dafür soll der direkte Blick durch das Fokusdisplay ein besonders hochauflösendes und eindrucksvolles Bild liefern, das Lust macht auf die VR-Zukunft. Speziell in fotorealistischen Photogrammetrie-Szenen sollen Details sichtbar werden, die bei aktueller VR-Brillentechnologie im Pixelmatsch absaufen.

Ursprünglich hatte Varjo einen Mechanismus angedacht, der das Fokusdisplay entlang von Eye-Tracking-Daten passend zu den Augenbewegungen des Brillenträgers verschiebt. Dieser Mechanismus wurde zumindest für die erste Version der VR-Brille gestrichen.

Das Eye-Tracking-System ist dennoch verbaut und kann für schnelle Renderverfahren mit dynamischer Auflösung (Foveated Rendering) eingesetzt werden. Womöglich hilft es dabei, den Übergang zwischen Fokus- und Kontextdisplay besser zu verstecken.

Varjo muss den Mehrwert beweisen

Offen ist, ob sich Varjos komplexe Doppel-Display-Konstruktion am Markt behaupten kann oder schlichtweg durch auf der kompletten Fläche höher aufgelöste Displays in Kombination mit Eye-Tracking-Kameras ersetzt wird. Displayhersteller wie Samsung, JDI und LG (gemeinsam mit Google) scheinen letztgenannten Weg zu wählen.

Die für 2018 angekündigte Varjo-Brille soll SteamVR-Tracking 1.0 und 2.0 unterstützen. Mit einem Preis zwischen 5.000 und 10.000 US-Dollar richtet sie sich ausschließlich an Unternehmen und Anwender aus der Industrie.

Varjo verspricht weitere Verbesserungen an Hard- und Software und zeigt bei YouTube eine Reihe neuer Werbevideos, die bislang fast niemand angeklickt hat.

Das Video unten stellt ein neues Mixed-Reality-Zubehör vor: Eine Stereokamera, die vorderseitig am Gehäuse montiert wird und ein Video der Umgebung in die VR-Brille streamt, wo es dann mit digitalen Elementen angereicht werden kann. Das Zubehör soll 2019 erscheinen.

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