Titelbild: Tested (Screenshot bei Youtube)

Digility 2018

Die Youtuber von Tested sind begeistert von Varjos superscharfem Doppeldisplay für VR-Brillen. Bei hochwertigen Inhalten – insbesondere bei Photogrammetrie – und bei Schriften soll die Virtual-Reality-Darstellung kaum mehr von der Realität zu unterscheiden sein.

Der Unterschied zu aktuellen VR-Brillen ist laut Tested sehr deutlich. Varjos VR-Brille soll die volle 20/20 Sehschärfe nach dem Snellen-Index bieten. Einzelne Pixel seien nicht mehr sichtbar.

Das superscharfe Fokusdisplay wird via Spiegel in die Mitte des für die Peripherie zuständigen Kontextdisplays projiziert (Erklärung siehe hier). Dieser Aufbau ist dem menschlichen Auge nachempfunden, das in der Mitte der Pupille scharf und zum Rand hin zunehmend unschärfer sieht.

Der Übergang zwischen Projektionsfläche und Kontextdisplay ist sichtbar, soll aber recht dezent ausfallen und bis zum Marktstart noch verbessert werden. Man kann diesen Effekt in den durch die Linsen der VR-Brille gefilmten Ausschnitten im Tested-Video anschauen, unter anderem bei Minute 02:55 (siehe Video unten). Der Eindruck im Video soll aber nicht mit dem realen Erlebnis mithalten können.

Ein technischer Minuspunkt: Die Sichtfeldweite liegt bei nur circa 90 Grad und damit leicht unterhalb gängiger Highend-Brillen für PC und Konsole.

Man erkennt den Übergang zwischen Fokus- und Kontextdisplay an einem leicht abgedunkelten Ring. Bild: Tested (Screenshot)

Man erkennt den Übergang zwischen Fokus- und Kontextdisplay an einem leicht abgedunkelten Ring. Bild: Tested (Screenshot)

Varjos VR-Brille soll beinahe marktreif sein

Der Unterschied zu anderen hochauflösenden VR-Screens ist laut Tested: Varjos Lösung funktioniert und ist ab sofort verfügbar. Man müsse nicht erst auf wissenschaftliche Durchbrüche warten. Die Entwickler selbst beschreiben ihre Lösung als Ingenieursarbeit, eine konstruierte Abkürzung zu optimaler VR-Sicht basierend auf aktueller Technologie.

Varjo will die Displaykonstruktion teuer verkaufen: Das Unternehmen bietet die selbstentwickelte VR-Brille ab Ende 2018 für mehrere tausend US-Dollar Industriekunden an. Der genaue Preis ist noch nicht bekannt.

Portierungen von für andere VR-Brillen entwickelter Software auf Varijos Doppeldisplay sollen schnell möglich sei. Varjo bietet ein Plugin für gängige Engines an. Der Prototyp unterstützt Lighthouse-Tracking 2.0 und kann je nach Anforderung für weitere Trackingsysteme optimiert werden.

Trotz der zwei Displays soll Varjos VR-Brille nicht nach mehr Leistung verlangen als aktuelle PC-Brillen. Die Untergrenze bildet eine GTX 1050 Grafikkarte von Nvidia. Empfohlen wird eine GTX 1080. Nach oben ist die Grenze – abhängig vom Inhalt – offen.

Womöglich adaptiert einer der kommerziell ausgerichteten Hersteller wie Oculus oder HTC die Displaytechnologie für die zweite Generation Virtual-Reality-Brille – und kann sie dann deutlich günstiger anbieten.


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