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Video zeigt Ganzkörper-Tracking, demnächst als Demo verfügbar

von Tomislav Bezmalinovic20. November 2017

HTCs Vive Tracker gehen Mitte Dezember offiziell in den Verkauf. Nun zeigen die Cloudgate Studios in einem Video die neueste Version von “Virtual Self”, einer Software für Ganzkörpererfassung, die mit der Anzahl eingesetzter Vive Tracker skaliert und Nutzern ohne zusätzliche Tracker ein realistischeres Abbild des eigenen Körpers in der Virtual Reality ermöglicht.

HTC Vive erfasst den Kopf und die Hände des Nutzers. Mit drei zusätzlichen Vive Trackern für die Füße und die Hüfte holen die Entwickler der Cloudgate Studios den gesamten Körper in die Virtual Reality. Die räumliche Position nicht erfasster Körperpunkte wie zum Beispiel der Ellbogen oder Knie schätzt die Software mit Inverskinematik.

Das Studio demonstrierte Virtual Self im Laufe des Jahres am selbst entwickelten VR-Abenteuerspiel Island 359, in dem man sich mit Fußtritten gegen Dinosaurier wehren kann. Die Software passt sich an die Zahl eingesetzter Vive Tracker an, sodass sie auch mit zwei, einer oder keiner Trackingeinheit Posen besser ableitet als Standardlösungen.

Vorteile ohne Vive Tracker

In einem Youtube-Video (siehe unten) führen die Entwickler die neueste Version von Virtual Self und die Skalierbarkeit der Software vor. VR-Nutzer stehen vor einem virtuellen Spiegel und können nachprüfen, wie genau die Ganzkörpererfassung arbeitet und individuelle Variablen wie die Arm- oder Beinlänge anpassen, bis der virtuelle Körper mit dem realen übereinstimmt. Das Profil kann anschließend gespeichert und in Spielen per Knopfdruck geladen werden.

Ohne Vive Tracker kann die Software die ungefähre räumliche Position der Hüfte, Beine und Füße berechnen, sofern man letztere nicht in die Luft hebt. Sie leitet zudem anhand der Position des Kopfes ab, ob der Nutzer in die Hocke geht und berechnet daraus die entsprechende Pose mit angewinkelten Knien. Die Technologie springt zudem in Situationen ein, in denen einzelne Tracker von Körperteilen verdeckt und nicht mehr erfasst werden.

Anwendungen in der Medizin und Social-VR

Die Software skaliert nicht nur mit der Zahl verwendeter Vive Tracker, sie passt sich auch an die Größe, das Alter und das Geschlecht des Nutzers an, wenn man die entsprechenden Werte eingibt.

Cloudgate will die Software an Betreiber von VR-Arcades lizenzieren. Außerhalb des VR-Gamings sieht das Studio Anwendungen in der Medizin und Therapie, zum Beispiel um Phantomschmerzen zu lindern. Im Social-VR-Kontext könnte Ganzkörpererfassung zu einem überzeugenderen digitalen Abbild des Nutzers beitragen.

Neben Cloudgate arbeitet Ikinema an einer Software für Ganzkörpererfassung, das Unternehmen spezialisiert sich auf Motion-Capturing für Filme und Spiele. HTC hat ebenfalls eine entsprechende Software entwickelt, die frei zugänglich ist.

Eine Demoversion von Virtual Self können Nutzer ab dem 1. Dezember in Island 359 ausprobieren. Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Software als Plugin für Unreal und Unity erscheinen, sodass Entwickler die Lösung in Spiele und Anwendungen implementieren können.

| Featured Image: Cloudgate Studios (Screenshot) | Source: Venturebeat

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