Facebook will bereit sein für 3D-Inhalte, wenn die Generation Minecraft neue Wege sucht, sich auszudrücken und Inhalte zu teilen. Die vor kurzem angekündigten 3D-Posts bekommen ein wichtiges Tech-Upgrade.

Auf einer Fachkonferenz der Virtual-Reality-Abteilung Oculus stellte Facebook im vergangenen Oktober ein neues Format für den eigenen Nachrichtenstrom vor: 3D-Posts. Dass Facebook gerade die Oculus-Veranstaltung für diese Enthüllung wählte, ist kein Zufall: Sowohl in der Oculus-Übernahme als auch in den neuen 3D-Posts manifestiert sich Mark Zuckerbergs Überzeugung, dass 3D-Erfahrungen der nächste große Inhalt nach Text, Foto und Video werden.

Der Gedanke liegt nahe, immerhin wächst gerade die Generation Minecraft nach. Sie kreiert und verweilt in virtuellen Umgebungen ebenso selbstverständlich wie in der echten Welt. Und mit welchen 3D-Inhalten füllt man solche virtuellen Welten günstig? Mit von Nutzern generierten, genau.

“Wir wollen 3D-Inhalte zu einem natürlichen Bestandteil des Facebook-Ökosystems machen”, sagt Ocean Quigley gegenüber Techcrunch. Quigley arbeitet bei Facebook als Kreativdirektor für Social-Virtual-Reality. “Wir legen den Grundstein für Facebooks 3D-Welten in VR und AR.” Er wiederholt die Vorgabe seines Chefs Zuckerberg: Die Entwicklung ginge von Text zu Foto zu Video hin zu immersiven Medien.

Einen technischen Meilenstein verkündete Facebook vor wenigen Tagen: Die Plattform unterstützt jetzt das lizenzfreie Dateiformat Gitf 2.0, das die Datenmenge von 3D-Inhalten signifikant reduziert. Gitf soll für 3D-Inhalte das leisten, was dem Jpg-Format für Web-Bilder gelang, nämlich eine breite Verfügbarkeit an Inhalten schaffen bei guter visueller Qualität und schnellen Ladezeiten.

Die Demokratisierung der Kreation von 3D-Inhalten nimmt ihren Lauf – und Facebook ist vorne dabei

Derzeit findet ein zweiter Prozess statt, der Facebook in die Karten spielt: Man muss kein Entwickler mehr sein, um 3D-Inhalte zu erschaffen. Neue Soft- und Hardware für Smartphones ermöglicht es, die reale Welt nicht mehr nur als Foto, sondern als 3D-Scan festzuhalten und zu teilen.

Schon jetzt können Nutzer auf diese Art ihre eigenes kleines 3D-Ökosystem kreieren, indem sie ein Objekt mit einer Smartphone-App von allen Seiten einscannen und in den Nachrichtenstrom bei Facebook teilen. In der Social-VR-App Spaces können sie das 3D-Objekt dann aus dem Nachrichtenstrom nahtlos in die Virtual Reality ziehen und es dort einem anderen Nutzer persönlich übergeben. In Zukunft kommt Facebooks Augmented-Reality-Plattform Camera Effects als weiterer Verbreitungsweg hinzu.

Mit der Qualität steigt die Akzeptanz

Noch sind diese 3D-Scans gering aufgelöst und bieten zu wenige Details, um für eine breite Nutzerschaft interessant zu sein. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen, der Mehrwert gegenüber einem Foto oder Video wird dem Normalnutzer noch nicht klar. Er wird erst deutlich, wenn die visuelle und interaktive Qualität der 3D-Posts steigt.

Genau das ist Facebooks Wette. Geht sie auf, dann bietet das soziale Netz eine überlegene Infrastruktur aus Soft- und Hardware, um 3D-Inhalte zu verteilen und zu erleben. Und – das ist entscheidend für Produzenten – ein Publikum.

“Wir wünschen uns eine digitale Welt, in der die Nutzer immersive Erfahrungen und 3D-Objekte nahtlos zwischen VR, AR und dem Facebook-Nachrichtenstrom teilen können”, schreibt Facebooks Produktmanager Aykud Gönen. Sein Unternehmen wolle zukünftig noch hochwertigere, interaktive 3D-Inhalte unterstützen. Gönen verspricht: “Das ist erst der Anfang.”

Und wenn Nutzer dann in einigen Jahren im Facebook-Nachrichtenstrom den fabelhaften Urlaubsort oder Opis Fundstück aus dem Keller nicht mehr nur als Foto betrachten, sondern als Ort begehen oder als Objekt in die Hand nehmen können, dann wird plötzlich auch die VR- oder AR-Brille für ein breites Publikum interessant. Bis dieser Punkt erreicht ist, haben Zuckerberg und seine Teams allerdings noch viel Arbeit vor sich.

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