Das Marktforschungsunternehmen Superdata Research schätzt regelmäßig Verkaufszahlen von VR-Brillen und stellt Verkaufsprognosen an. Ich habe den Jahresbericht 2017 und 2018 sowie eine Prognose aus dem Mai 2018 verglichen, um herauszufinden, wie richtig oder falsch die Analysten lagen, gemessen an ihren eigenen Schätzungen.

Playstation VR: Konsistente Schätzung

Im Jahresbericht 2018 schätzte Superdata, dass allein im letzten Weihnachtsgeschäft 700.000 Einheiten der Playstation VR verkauft wurden. Von Sony bestätigt ist lediglich, dass die VR-Brille im August 2018 die Drei-Millionen-Marke knackte. Hätte Superdata Recht, dürften bis Ende 2018 insgesamt fast vier Millionen Einheiten verkauft worden sein. Eine offizielle Meldung seitens Sony steht aus.

Die geschätzten PSVR-Verkaufszahlen für das Jahr 2018 stimmen recht gut mit einer Prognose vom Mai 2018 zusammen. Damals sagte Superdata voraus, dass 2018 circa 1,5 Millionen VR-Brillen verkauft würden. Da Sony Ende 2017 den Verkauf von zwei Millionen VR-Brillen bestätigte, ging Superdata für 2018 folglich von insgesamt 3,5 Millionen verkauften Playstation VR aus. Das entspricht ziemlich genau der Schätzung des Jahresberichts 2018, wobei die vorausgesagten Verkaufszahlen sogar noch übertroffen wurden (Superdatas Zahlen zufolge).

Oculus Go: Überschätztes Potenzial

Im Jahresbericht 2018 schätzt Superdata, dass im vierten Quartal 2018 555.000 Einheiten der Oculus Go verkauft wurden, wodurch Facebooks autarke VR-Brille nach Playstation VR den zweiten Platz im Weihnachtsgeschäft belegt. Insgesamt sollen seit dem Marktstart im Mai 2018 mehr als eine Million Go-Brillen abgesetzt worden sein.

Als die VR-Brille erschien, sagte Superdata 1,8 Millionen verkaufte Einheiten voraus. Hier haben sich die Analysten klar verschätzt: Statt 1,8 Millionen waren es schließlich nur eine Million Einheiten (Superdatas Zahlen zufolge). Facebook selbst hat keine Verkaufszahlen veröffentlicht.

Oculus Rift und HTC Vive: Stärker als gedacht

Im Mai 2018 sagte Superdata schlechte Verkaufszahlen für die PC-VR-Brillen der ersten Generation voraus: 2018 sollten insgesamt nur 120.000 Einheiten der Oculus Rift und 170.000 Einheiten der HTC Vive verkauft werden.

Diese Zahlen stehen in einem Widerspruch zum Jahresbericht 2018: Superdata zufolge wurden allein im vierten Quartal 2018 160.000 Einheiten der Oculus Rift und 130.000 Einheiten der HTC Vive verkauft. Die Menge übers Jahr verkaufter PC-VR-Brillen dürfte Superdatas Schätzung vom Mai 2018 also klar übersteigen. Facebook und HTC haben bislang keine Verkaufszahlen veröffentlicht.

Wachstumsprognosen: Langsamer, aber steter Wachstum

Das Jahr 2018 sah Superdata sehr optimistisch: Anfang des Jahres glaubten die Analysten, dass sich der Gesamtumsatz der VR-Branche im Laufe des Jahres verdoppelt. Am Ende waren es dann doch nur 30 Prozent, heißt es im Jahresbericht 2018. Ein Jahr zuvor wuchs der Umsatz laut Superdata um 27 Prozent. Mit anderen Worten: Der VR-Markt wächst langsam, aber kontinuierlich.

Spannend wird es, wenn im Frühjahr Oculus Quest auf den Markt kommt. Superdata sieht Game-Changer-Potenzial in der autarken VR-Brille und geht von 1,3 Millionen verkauften Einheiten bis Ende 2019 aus.

Greifen die Analysten hier zu hoch, wie letztes Jahr im Falle von Oculus Go? Oder übertrifft das Gerät die Verkaufserwartungen? In einem Jahr werden wir es wissen.

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