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Virtual Reality: “Antilatency” arbeitet an neuartigem Trackingsystem *Update*

von Tomislav Bezmalinovic25. Mai 2017

Update vom 25. Mai 2017:

Antilatency erhält vom russischen Risikokapitalgeber IIDF 2,1 Millionen US-Dollar zur Weiterentwicklung und Vermarktung des Trackingsystems. Die Technologie soll als nächstes auf der CES Asia und auf der E3 präsentiert werden.

Ursprünglicher Artikel vom 17. April 2017:

Am 14. und 15. April fand in Los Angeles die VRLA Expo statt. Dort präsentierte ein Startup namens Antilatency ein Trackingsystem, das raumfüllende Bewegungserfassung für mobile VR-Brillen ermöglicht. Alles, was es braucht, ist ein Sensor, der am Brillengehäuse befestigt wird und einen oder mehrere Streifen, die als Marker dienen und auf dem Boden ausgelegt werden.

Der Streifen enthält einen oder mehrere kreisförmige Module, die Infrarotlicht aussenden. Dieses wird von der Kamera erfasst, die an der VR-Brille befestigt ist. Die räumliche Information wird vermutlich per Wi-Fi oder Bluetooth an die VR-Brille ausgegeben, von dieser verarbeitet und anschließend in die Virtual Reality übertragen. Das Trackingsystem hat insofern Ähnlichkeit mit dem von HTC Vive, als beide auf einem Inside-Out-Trackingprinzip basieren.

Ein Unterschied zu dessen Lighthouse-Trackingsystem ist, dass bei Antilatency kein Laserlicht, sondern Infrarotlicht eingesetzt wird. Das Trackingsystem von Oculus Rift setzt ebenfalls auf Infrarotlicht, hier handelt es sich jedoch dem Prinzip nach um ein Outside-In-Tracking: Das Gehäuse sendet Infrarotlicht aus, das von externen Sensoren erfasst wird. Bei Antilatency ist es genau umgekehrt: Der Streifen sendet Infrarotlicht aus, der von einer Kamera am Gehäuse erfasst wird.

Flexibel einsetzbares Trackingsystem

Laut einem Reddit-Nutzer, der das Trackingsystem auf der VRLA Expo ausprobieren konnte, sind im Lieferumfang vier Streifen enthalten, mit der man eine Trackingfläche von neun auf neun Meter aufspannen kann, wenn man die Streifen an allen vier Seiten platziert. Das ergibt etwa eine dreimal so große Trackingfläche wie bei HTC Vive. Ob das Tracking so genau und verzögerungsfrei wie Valves Lighthouse-Technologie arbeitet, ist allerdings fraglich.

Antilatency_Flexibility

Die Trackingfläche lässt sich beliebig erweitern, je nachdem, wieviele Streifen man einsetzt. BILD: Antilatency.

Die Hersteller versprechen auf der offiziellen Internetseite eine präzise Erfassung und eine Latenz von 2 Millisekunden. Der Reddit-Nutzer schreibt, dass das Trackingsystem auf einer Fläche von sechs mal sechs Meter gut funktioniert habe. Verlässliche Testberichte stehen noch aus. Das Unternehmen verspricht des Weiteren, dass Mehrspielererfahrungen innerhalb derselben Trackingfläche möglich sind. Da das System nicht lichtanfällig sein soll, könne man es so in einem Hinterhof oder Park aufbauen.

Genial einfache Lösung für Bewegungscontroller

Dem Pressematerial zu entnehmen ist, dass die Streifen mit einem daran angeschlossenen Batteriemodul betrieben werden. Die Kamera, die vom Unternehmen “Alt” (eine Abkürzung für Antilatency) genannt wird, wird mit einem Magnet am Gehäuse der VR-Brille befestigt. Laut dem Unternehmen wird prinzipiell jedes Gerät inklusive Google Cardboard unterstützt. Für mobile VR-Brillen ergibt das Trackingsystem am meisten Sinn, da diese über kein räumliches oder gar raumfüllendes Tracking verfügen.

Das Startup hat darüber hinaus auch an Bewegungscontroller gedacht. In einen handlichen Stab ist eine Öffnung eingelassen, in die eine zusätzliche Alt-Kamera gesteckt werden kann: Fertig ist der Bewegungscontroller. Laut dem Reddit-Nutzer ist im Gesamtpaket für 400 US-Dollar genug Ausrüstung für zwei Bewegungscontroller enthalten.

Das Konzept eines flexiblen und modularen Trackingsystems erinnert stark an Valves Lighthouse. Allerdings werden Testberichte zuerst zeigen müssen, wie verlässlich und präzise das Tracking in der Praxis funktioniert.

| Featured Image: Antilatency

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