Update vom 9. April 2018:

Die Webseite VRScout berichtet, dass seit Februar 2018 9.600 Besucher die speziell präparierte VR-Wasserrutsche Space Glider hinuntergesaust sind. Offiziell kann man das seit der Eröffnung Mitte März 2018 tun. Ein Youtube-Trailer zeigt, was Besucher erwartet.

Die Betreiber des Aquaparks nutzen eine wasserfeste VR-Brille, in der ein Samsung S8 verbaut ist. Zur Auswahl stehen zwei Erfahrungen: ein Weltraumerlebnis, das Besucher durch ein Portal in eine Alien-Welt tauchen lässt und einen Flug an schwebenden Inselstädten vorbei. Eine Fahrt kostet zwei Euro.

Ein eigenes Trackingsystem

Da die Besucher die Wasserrutsche in einer individuellen Geschwindigkeit hinunterfahren, musste das für die Technik verantwortliche VR-Startup ein spezielles Trackingsystem entwickeln. Dieses ermittelt, wo sich die Besucher gerade befinden und passt die VR-Erfahrung entsprechend an, um Bewegungsübelkeit zu verhindern.

Wie funktioniert das System? Am Rand der Wasserrutsche sind Ultraschallstationen angebracht, die mit der vorbeisausenden VR-Brille kommunizieren. Die Entwickler nutzen außerdem ein maschinelles Lernverfahren, das die Daten des Beschleunigungsmessers innerhalb der VR-Brillen auswertet und so die Geschwindigkeit schätzt.

Die VR-Erfahrungen sind keine 360-Grad-Filme, sondern werden in Echtzeit von Unity gerendert. So können sie der eigenen Geschwindigkeit dynamisch angepasst werden.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Internetseite.

Ursprünglicher Artikel vom 1. Mai 2017:

Virtual Reality: Bayerns Aquapark bekommt eine VR-Wasserrutsche

Die Therme Erding ist eines der größten Thermalbäder der Welt. Seit 2007 bietet das bayrische Freizeitbad auch einen Bereich mit Wasserrutschen. Geht es nach den Betreibern, wird man noch dieses Jahr mit einer VR-Brille ins kühle Nass springen können.

Wissenschaft muss nicht zwingend trocken sein. Das weiß niemand so gut wie der Australier Malcolm Burt. Sein wissenschaftliches Fachgebiet sind Vergnügungsparks. Burt schreibt derzeit an einer Doktorarbeit, in der er sich Gedanken darüber macht, wie der ultimative Virtual-Reality-Freizeitpark aussieht.

Sein ungewöhnlicher Forschungsgegenstand hat Burt nun einen Job in der Industrie eingebracht. Der Doktorand wurde vom deutschen Wasserrutschenhersteller Wiegand-Mälzer beauftragt, eine VR-Wasserutsche für Galaxy Erding, den Wasserrutschenbereich des Thermalbads, zu entwerfen. “Einige Designelemente sind noch offen, aber das Konzept wird gerade getestet und es gibt nichts Vergleichbares auf der Welt”, sagt Burt gegenüber Gizmodo.

Auf einem Lavastrom reiten

Burts Masterarbeit befasste sich mit der Frage, weshalb Achterbahnen existieren. Auf dieser Forschung aufbauend, produzierte Burt eine Dokumentation namens Signature Attraction, über die Wiegand-Mälzer auf den Wissenschaftler aufmerksam wurde.

“Im Grunde ist es eine Wasserrutsche, bei der du eine VR-Brille trägst, die Elemente der Erfahrung intensiviert”, sagt Burt. “Man kann der Erfahrung bestimmte Effekte hinzufügen, sodass man das Gefühl bekommt, auf einem Lavastrom zu reiten und vulkanischen Eruptionen auszuweichen.”

Die VR-Wasserrutsche soll noch dieses Jahr eröffnet werden. Welche VR-Technologie eingesetzt wird, ist nicht bekannt. Dass Virtual Reality und Wasser sich nicht zwingend ausschließen, haben Stephen Greenwood und Allan Evans bewiesen, die mit Unterwasser-VR experimentieren und zu diesem Zweck eine wasserfeste VR-Brille entwickelt haben.

| Featured Image: Therme Erding | Source: Gizmodo

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