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VR-Pornos vermiesen der Branche die Lust bei der Arbeit

von Tomislav Bezmalinovic7. Juli 2017

Mit Virtual-Reality-Pornos kann die Erotikbranche endlich wieder ein exklusives Produkt verkaufen. Doch für die Beteiligten sind 360-Pornos harte Arbeit.

Wie bei jeder 360-Grad-Produktion ist es bei VR-Pornos die größte Herausforderung, die Aufnahme sauber in den Kasten zu bekommen. Dass man eine Szene nicht unmittelbar nach dem Dreh direkt auf der Kamera kontrollieren kann, sondern erst die Einzelaufnahmen zu einem 360-Bild zusammenführen muss, ist laut der Pornodarstellerin Joanna Angel die größte Herausforderung.

Die Chance, dass ein Produzent die Honorare für die Darsteller aufgrund einer missglückten Aufnahme zum Fenster rauswirft, beziffert sie auf 50 Prozent. „Man nimmt auf und drückt die Daumen, dass am Ende nicht irgendwo ein Arm oder ein Bein fehlt“, sagt Angel.

Porno-Regisseur Adam Block beschreibt den Aufwand in der Postproduktion als „lange, nervig und teuer“. Es gebe eine große Lernkurve, so Block, da sich die Technologie permanent weiterentwickle. Die Darsteller müssten erst aufwendig eingewiesen werden, da die meisten keine Erfahrung mit VR-Pornos hätten.

Auch die Pornobranche hat ein Problem mit der VR-Fortbewegung

Wie für den Produzenten ist der 360-Dreh auch für die Darstellerin eine herausfordernde Arbeitssituation. Die möglichen Sexstellungen sind laut Angel durch die Positionierung der klobigen 360-Kamera stark eingeschränkt.

„Meistens machen wir nur die Reiterstellung vor- und rückwärts“, sagt Angel. Bei einem herkömmlichen Dreh hingegen versuche man, möglichst viel Bewegung und unterschiedliche Stellungen zu zeigen.

„In einer VR-Szene sind die Bewegungen und Stellungen limitiert. Es fühlt sich an, als würde man in einer kleinen Box drehen“, sagt Angel.

Harter Job für männliche Darsteller

Die männlichen Darsteller sind von dieser Bewegungseinschränkung noch stärker betroffen, da die Kamera meistens auf ihren Schultern oder der Brust angebracht ist, um die Sexszene möglichst authentisch aus der Ich-Perspektive einzufangen.

„Die Männer können kaum sehen, was passiert“, sagt Pornoproduzent Daniel Dilallo. Sie müssten sich zurücklehnen und die Hände still halten. Für männliche Darsteller ist es laut Dilallo daher schwer, den Dreh überhaupt durchzustehen.

Dilallo vermutet die Zukunft der räumlichen Pornografie eher in der Augmented Reality. Pornoszenen könnten sich im eigenen Wohnzimmer abspielen, so als stünde der Nutzer beim Dreh daneben.

| Featured Image: WankzVR | Source: GQ

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