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Virtual-Reality-Desktop für Oculus Rift und HTC Vive – Trailer

von Matthias Bastian24. März 2016

Einer der Nachteile von VR-Brillen ist das ständige Auf- und Absetzen, wenn man zwischen VR-Anwendungen und normaler PC-Nutzung wechseln will. Die VR-App “Virtual Desktop” verspricht, dieses Problem zu lösen – und bietet noch eine Reihe weiterer spannender Features.

Zwar wird das Programm via Steam gekauft und gestartet, ist aber anschließend nicht mehr auf die Steam-Oberfläche begrenzt. Sobald der virtuelle Desktop läuft, wird der VR-Nutzer in eine 360-Umgebung transportiert, in der der eigentliche Desktop als 2D-Oberfläche angezeigt wird. Der virtuelle Monitor lässt sich in Größe und Form fast beliebig skalieren. Wofür man normalerweise viel Geld auf den Tisch legen und Platz auf dem Schreibtisch machen müsste (bspw. Curved-Bildschirme, Multi-Monitor-Setup), erledigt man in VR mit wenigen Mausklicks.

Damit die 360-Umgebung nicht einfach nur ein schwarzes Loch ist, gibt es verschiedene Rundum-Wallpaper. Die Auswahl soll zukünftig erweitert werden. So ist es denkbar, dass man seinen Schreibtisch auch auf der virtuellen Zugspitze oder einer Südseeinsel platziert. 360-Videos lassen sich fließend direkt in der Desktop-Umgebung abspielen, auch normale Videos oder Spiele laufen auf dem virtuellen Screen im Leinwandformat. Das erinnert an die virtuellen Oculus-Kinos oder SteamVRs Theater-Modus.

Weitere Features sind:

  • Hardwarebeschleunigte Wiedergabe von 360-Videos
  • Unterstützung von YouTube 360-Videos
  • Unterstützung für 360-Fotos
  • Musik-Visualisierung in 360-Grad (MilkDrop)
  • Unterstützung für 3D-Videos
  • Game Launcher mit Sprachsteuerung
  • Multi-Monitor-Umgebung
  • Editor für selbst erstellte 360-Umgebungen

Virtual Desktop erscheint noch im März bei SteamVR und unterstützt sowohl Oculus Rift als auch HTC Vive. Nicht bekannt ist, wie viel Rechenleistung der 360-Desktop zusätzlich benötigt und wie stark das die gesamte Performance des PCs beeinträchtigt – der Entwickler verspricht “minimalen Overhead”. Problematisch ist nach wie vor, dass die Auflösung in VR noch zu niedrig ist. Normaler Text dürfte kaum lesbar sein, so dass sich der VR-Desktop zwar gut für Videos oder Spiele eignen könnte, aber wohl kaum eine Alternative für die tägliche Arbeit oder das Web-surfen ist.

Das virtuelle Büro wird Realität – früher oder später

Virtual Desktop ist zwar die erste VR-App für die virtuelle PC-Nutzung, die offiziell erhältlich ist, aber lange nicht die einzige “Office-App”, an der gerade gearbeitet wird. Google Ventures investierte im vergangenen Jahr 5,5 Millionen US-Dollar in EnvelopVR. Das in 2014 gegründete VR-Startup arbeitet an einer Software, die in einer Reihe von Anwendungsszenarien die virtuelle Realität zu einer produktiven Arbeitsumgebung machen soll. “Immersive Computerplattformen sind kein reines Phänomen für Endverbraucher. Anwendungen für Business und Produktivität werden von VR stark profitieren. Die virtuelle Umgebung von EnvelopVR macht es Unternehmen leicht, eigene Anwendungen in VR zu nutzen”, sagt Joe Kraus, Partner von Google Ventures.

Und das Unternehmen MureVR arbeitet an der App Breakroom, einer virtuellen Arbeitsumgebung, die vom “Trauma Großraumbüro” inspiriert wurde. Mit Breakroom sollen Mitarbeiter selbst in überfüllten und lauten Großraumbüros in Virtual Reality einen Rückzugsort finden. Die virtuelle Umgebung in der VR-Brille kann eine beruhigende Berglandschaft, eine Sommerwiese oder sogar eine Mondlandschaft sein.

Das Unternehmen Mure VR verspricht den Arbeitsplatz der Zukunft in Virtual Reality.

Keine Angst mehr vor Großraumbüros dank Virtual Reality? BILD: MureVR / Konzept

| SOURCE: Virtual Desktop
| FEATURED IMAGE: Virtual Desktop (Screenshot bei YouTube)