Die deutsche Medienproduktion Kobold bietet eine transmediale Erfahrung: Zuschauer schauen zuerst einen Film und betreten anschließend dessen realen Schauplatz, um die Geschichte in der Virtual Reality fortzuerleben.

Der Kurzfilm Kobold erzählt die Geschichte des jungen Kaspar Hutter, der mit seinem Vater zurückgezogen in einem Haus tief im Wald lebt. Der Knabe ist vom Tod seiner Mutter traumatisiert und zieht sich in eine Märchenwelt zurück, in der ihn  schon bald böse Hausgeister aufsuchen.

Der Film wurde in einer baufälligen Villa in Brandenburg gedreht. Für die VR-Erfahrung erstellte die Produktionsfirma Anotherworld VR per Photogrammetrie ein exaktes digitales Replikat des Hauses, das man in der VR-Erfahrung besucht. Das Ergebnis: Plötzlich sieht man den schaurigen Schauplatz nicht nur, man betritt ihn.

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Dieses Haus gibt es wirklich. BILD: Anotherworld VR

Die 3D-Rekonstruktion eines real existierenden Orts samt kleinster Details verleiht der VR-Umgebung eine authentische Note, die die Erfahrung besonders unheimlich macht. Um die VR-Erfahrung noch glaubhafter wirken zu lassen, fügte das VR-Studio dynamische Licht- und Schatteneffekte sowie interaktive Objekte hinzu. Selbst die Darsteller wurden per 3D-Scan digitalisiert und in das VR-Spiel übertragen.

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Das Kinderzimmer in der Virtual Reality. BILD: Anotherworld VR

Der Film kommt erst

In Kobold VR schlüpft man in die Rolle eines Reporters, der viele Jahre nach den Ereignissen des Films das leerstehende Haus untersucht. Was auf dem Grundstück vorgefallen und mit der Familie passiert ist, erfährt man nur bruchstückhaft. Bekannt ist nur, dass der Junge vor vielen Jahren unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Auf der Suche nach Hinweisen deckt man eine schaurige Familiengeschichte auf und wird Zeuge paranormaler Phänomene.

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Kaspar wird im Kurzfilm Zeuge unheimlicher Geschehnisse. BILD: Anotherworld VR

Gemessen am Preis fehlt der VR-Erfahrung noch etwas Feinschliff. Die Interaktion mit Gegenständen fällt teilweise frustrierend aus. Zudem wirkt die Implementierung spielmechanischer Elemente unfertig. So macht Kobold VR zum jetzigen Zeitpunkt eher den Eindruck einer experimentellen VR-Erfahrung als eines fertigen Spiels – trotz des beeindruckend umgesetzten Schauplatzes.

Der dazugehörige Kurzfilm ist zudem noch nicht erschienen, sodass Spielern ein wichtiges Erfahrungs-Puzzleteil fehlt. Der Film soll in den kommenden Wochen kostenlos auf der Internetseite des Projekts hochgeladen werden.

Kobold: Chapter I ist im Oculus Store für Oculus Rift und bei Viveport für HTC Vive erhältlich. Die App kostet 9,99 Euro.

Tipp: Die künstliche Auf- und Abbewegung des Kopfes lässt sich gleich am Anfang ausschalten, indem man die Fernbedienung vom Tisch aufnimmt, sich dem linken Raum zuwendet, dort im Menü die entsprechende Option auswählt und deaktiviert.

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