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Virtual Reality: Die beste Schnittstelle zur künstlichen Intelligenz?

von Matthias Bastian19. Mai 2017

Der VR-Entwickler Dave Ranyard gehörte lange Zeit zu den führenden Köpfen in Sonys Playstation-VR-Team. Er glaubt, dass VR die wichtigste Schnittstelle für die Kommunikation mit künstlichen Intelligenzen wird.

17 Jahre arbeitete Ranyard für Sony, bevor er sich im Februar 2016 dazu entschied, ein eigenes Unternehmen für Virtual Reality auf die Beine zu stellen.

Ranyards neues Studio Dream Reality Interactive hat zwar viele ehemalige Games-Entwickler an Bord, Spiele sind aber nicht unbedingt der Fokus. Ranyard möchte erforschen, wie Virtual Reality die Kommunikation zwischen Mensch und Computer verändern könnte.

Vor 20 Jahren habe er seine Doktorarbeit zum Thema künstliche Intelligenz geschrieben, jetzt könne sie endlich nützlich werden, sagt Ranyard bei einem Vortrag auf einer Gaming-Fachkonferenz.

“Ich glaube, dass VR und AR das beste Interface für künstliche Intelligenz werden. Für das Storytelling ist das genial. Man schaut keine Zwischensequenzen mehr, sondern unterhält sich mit anderen Charakteren. Ich denke, dass Spiele in diese Richtung gehen und der Gedanke fasziniert mich”, sagt Ranyard.

Schon jetzt sei es ein “sehr mächtiger” Effekt, wenn ein digitaler Charakter in der virtuellen Welt Augenkontakt aufnehme.

Non-lineare Geschichten in konsistenten Welten

Ranyard glaubt, dass in Zukunft VR-Spiele im Vorteil sind, die auf in sich und dauerhaft beständige VR-Welten setzen. Als Beispiel nennt er die Technologie des Unternehmens Improbable, auf deren Basis solche Welten erschafft werden könnten.

Vor wenigen Tagen wurde bekannt, dass Investoren Improbable mit einer halben Milliarde US-Dollar unterstützen, um die mögliche Infrastruktur fürs Metaverse zu bauen.

In diesen riesigen Welten sollen laut Ranyard non-lineare Geschichten entstehen, die maßgeblich durch die Handlungen der Spieler geprägt werden. “Multiplayer wird riesig. Verschiedene Rollen in einer glaubwürdigen Welt zu spielen, wird die Zukunft von VR prägen.”

“Es gibt diese Idee, dass VR einsam macht, aber eigentlich kann sie sehr sozial sein”, sagt Ranyard. “Sie verspricht, dich gemeinsam mit Freunden an einen coolen Ort zu bringen und etwas Tolles zu unternehmen.”

Den Stand der Technologie vergleicht er mit dem Film, bevor die Nahaufnahme entdeckt wurde. Spielemacher würde von VR profitieren, da ihre Fähigkeiten plötzlich in vielen anderen Bereichen gefragt seien. Ranyard erwartet, dass das den Ruf der Branche aufwertet.

| Featured Image: Sony / Dave Ranyard

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